26.11.2011 | Kanzleitipps

Steuerstrategien zum Jahreswechsel: Wechsel der Gewinnermittlungsart

Wurde ein Unternehmer vom Finanzamt dazu aufgefordert, zum 1. Januar 2012 von der Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung zu wechseln, hat er zwei Möglichkeiten: Auf den Wechsel vorbereiten oder einen Antrag beim Finanzamt stellen.

1. Wechsel der Gewinnermittlungsart: Nein Danke

Die Aufforderung des Finanzamts zum Wechsel von der Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung erfolgt meist, weil im vergangenen Jahr der Umsatz über 500.000 Euro kletterte oder der Gewinn die Grenze von 50.000 Euro überstieg. Doch wurden die Umsatz- und Gewinngrenze wegen eines einmaligen Geschäftsvorfalls überschritten (z.B. Verkauf einer Immobilie oder Verkauf eines Teilbetriebs), kann das Finanzamt auf Antrag seine Aufforderung zur Bilanzierung zurückziehen.

Strategie 1: Stellen Sie in diesem Zusammenhang einen Antrag, die Einnahmen-Überschussrechnung wegen des einmaligen Überschreitens der Buchführungsgrenzen auch ab dem 1.1.2012 anwenden zu dürfen und verweisen Sie in diesem Zusammenhang auf § 148 Abgabenordnung. Könnten Sie offensichtlich zum 1.1.2013 wegen Unterschreitung der Umsatz- und Gewinngrenzen wieder von der Bilanzierung zur Einnahmen-Überschussrechnung wechseln, wird das Finanzamt Ihrem Antrag aus verwaltungsökonomischen Gründen meist zustimmen.

 

2. Wechsel der Gewinnermittlungsart vorbereiten

Beim Wechsel der Gewinnermittlungsart müssen Unternehmer zum 1. Januar 2012 eine Eröffnungsbilanz erstellen und einen Übergangsgewinn ermitteln. Beim Übergangsgewinn handelt es sich um eine Korrektur wegen der Unterschiedlichkeit zwischen der Einnahmen-Überschussrechnung und der Bilanzierung.

Strategie 2: Schalten Sie hierzu frühzeitig Ihren Steuerberater ein, der Ihnen die Buchhaltung zum 1.1.2012 einrichtet, die Eröffnungsbilanz erstellt und bei Ermittlung des Gewinns für 2011 gleich den Übergangsgewinn feststellt. Dieser Übergangsgewinn ist grundsätzlich erst 2012 zu versteuern. Bei einem sehr hohen Übergangsgewinn kann die Versteuerung über drei Jahre beantragt werden.

Aktuell

Meistgelesen