06.06.2011 | Kanzleitipps

So spenden Sie korrekt für den guten Zweck

Um Spenden steuerlich abziehen zu können, muss der Spender in vielen Fällen eine ordnungsgemäße Zuwendungsbestätigung beim Finanzamt vorlegen. Das Bundesfinanzministerium (BMF) erklärt in einem aktuellen Schreiben, wann eine solche Bestätigung den amtlichen Anforderungen genügt.

Verbindliche Muster für Zuwendungsbestätigungen hat das BMF bereits mit Schreiben vom 13.12.2007 (BStBl 2008 I, S. 4) veröffentlicht. Eine weitergehende Orientierung bietet nun das BMF in seinem Schreiben vom 4.5.2011 (IV C 4-S 2223/07/0015), in dem es alle formalen und inhaltlichen Anforderungen an eine Zuwendungsbestätigung detailliert zusammenstellt.

 

Allgemeine Anforderungen

  • Aus den veröffentlichten Mustern im BMF-Schreiben vom 13.12.2007 (a.a.O.) muss der Spendenempfänger nur diejenigen Angaben in seine Bescheinigung übernehmen, die im jeweiligen Einzelfall einschlägig sind.
  • Die Wortwahl und Reihenfolge der vorgeschriebenen Textpassagen muss der Aussteller beibehalten, er darf den Text nicht umformulieren. Der Aussteller kann jedoch einzelne Textpassagen optisch hervorheben (z. B. durch Einrahmung). Name und Adresse des Spenders dürfen auch untereinander abgedruckt sein (z. B. zur Nutzung als Anschriftenfeld).
  • Die Bestätigung darf maximal DIN A 4-Format haben.
  • Werbung für die Ziele der begünstigen Einrichtung und Danksagungen dürfen nur auf der Rückseite der Zuwendungsbestätigung abgedruckt werden.
  • Der Zuwendungsempfänger darf auf seinem Mustervordruck alle ihn betreffenden steuerbegünstigten Zwecke nennen. Er muss nicht aufschlüsseln, für welchen konkreten Zweck die Spende verwendet wurde.
  • Der zugewendete Betrag muss in Ziffern und zusätzlich in Buchstaben ausgewiesen werden. Möglich ist z. B. die Nennung „eintausendzweihundertsechsundvierzig“ oder „eins – zwei – vier – sechs“. Im zweiten Fall müssen allerdings die Leerräume vor der ersten Ziffer und hinter der letzten Ziffer entwertet werden (z. B. durch „XXXXX“).
  • Die im BMF-Schreiben vom 13.12.2007 (a.a.O.) vorgeschriebene Fragestellung, ob es sich um den Verzicht auf Erstattungen von Aufwendungen handelt, muss der Zuwendungsempfänger in der Bestätigung in jedem Fall beantworten – auch wenn er grundsätzlich keine Zuwendungsbestätigungen für Aufwandserstattungen ausstellt.
  • Sachspenden müssen genau bezeichnet werden (z. B. mit Alter, Zustand, historischem Kaufpreis).
  • Das Muster im BMF-Schreiben vom 13.12.2007 (a.a.O.) zur „Bestätigung über Geldzuwendungen/Mitgliedsbeitrag im Sinne des § 10b des Einkommensteuergesetzes an eine der in § 5 Absatz 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes bezeichneten Körperschaften, Personenvereinigungen oder Vermögensmassen” ist aufgrund gesetzlicher Änderungen nicht mehr korrekt. Für diese Bestätigungen ist künftig anstelle der Formulierung: „Es wird bestätigt, dass es sich nicht um einen Mitgliedsbeitrag i. S. v. § 10b Absatz 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz handelt” folgende Formulierung zu verwenden: „Es wird bestätigt, dass es sich um einen der Art nach abziehbaren Mitgliedsbeitrag i. S. v. § 10b Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes handelt”.
  • Es kann eine maschinell erstellte Zuwendungsbestätigung ohne eigenhändige Unterschrift ausgestellt werden, wenn der Zuwendungsempfänger die Nutzung eines maschinellen Verfahrens beim zuständigen Finanzamt anzeigt (R 10b.1 Abs. 4 EStR 2008). Der Zuwendungsempfänger muss das Erfüllen bestimmter Voraussetzungen bestätigen, z. B. die Einblendung  der rechtsverbindlichen Unterschrift als Faksimile oder in eingescannter Form.
  • Der Zuwendungsempfänger muss eine Zweitausfertigung der Zuwendungsbescheinigung aufbewahren. Dabei genügt eine elektronische Speicherung.

Besonderheiten bei Sammelbestätigungen

Der Spendenempfänger darf den Erhalt mehrerer Geldzuwendungen (Mitgliedsbeiträge und/oder Geldspenden) in einer sog. Sammelbestätigung zusammenfassen. Bei dieser zusammenfassenden Darstellung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Nach der Angabe zur korrekten Verwendung der Spenden ist folgender Passus abzudrucken: „Es wird bestätigt, dass über die in der Gesamtsumme enthaltenen Zuwendungen keine weiteren Bestätigungen, weder formelle Zuwendungsbestätigungen noch Beitragsquittungen oder ähnliches ausgestellt wurden und werden.“
  • In der Sammelbestätigung ist die Gesamtsumme der einzelnen Geldzuwendungen zu nennen. Auf der Rückseite oder auf einer beigefügten Anlage muss zudem jede einzelne Zuwendung mit Datum, Beitrag und Art (Mitgliedsbeitrag oder Geldspende) aufgeschlüsselt werden. Die Aufzählung sollte mit der Gesamtsumme schließen, die auf der Vorderseite der Bestätigung eingetragen ist.
  • Zu jeder einzelnen Geldspende ist anzugeben, ob es sich um den Verzicht auf die Erstattung von Aufwendungen handelt. Zu direkten Geldspenden und Geldspenden, die durch den Verzicht auf die Erstattungen von Aufwendungen zustande kommen, sind entsprechende Angaben entweder auf der Rückseite oder in der Anlage zu machen.
  • Aus der Sammelbestätigung muss hervorgehen, welchen Zeitraum sie umfasst. Sie darf auch nur für einen Teil des Kalenderjahres ausgestellt werden.

Sachspende aus dem Betriebsvermögen

  • Sachzuwendungen aus dem Betriebsvermögen sind mit dem Entnahmewert zuzüglich der bei der Entnahme angefallenen Umsatzsteuer anzusetzen. Dabei ist grundsätzlich der Teilwert heranzuziehen. Wird das Wirtschaftsgut unmittelbar nach der Entnahme gespendet, kann auch der Buchwert zum Ansatz kommen. Der bescheinigte Betrag auf der Zuwendungsbestätigung darf nicht höher sein als der angesetzte Entnahmewert.

Sachspende aus dem Privatvermögen

  • Sachspenden aus dem Privatvermögen des Zuwendenden sind mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Würde die Veräußerung des gespendeten Wirtschaftsguts im Zeitpunkt der Zuwendung allerdings einen Besteuerungstatbestand erfüllen (z. B. Zuwendung einer 1 %-igen Kapitalbeteiligung nach § 17 EStG oder einer Immobilie innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist nach § 23 EStG), sind die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (z. B. ursprünglicher Kaufpreis abzgl. AfA) anzusetzen.

 

Anwendung

Das Vorgängerschreiben vom 2.6.2000 (BStBl 2000 I, S. 592) einschließlich der Änderungen durch die BMF-Schreiben vom 10.4.2003 (BStBl 2003 I S. 286) und vom 24.02.2004 (BStBl 2004 I S. 335) hebt das BMF mit dem aktuellen Schreiben vom 4.5.2011 auf.

Hinweis: 

Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke, sowie Zuwendungen an politische Parteien sind nach § 50 Abs. 1 EStDV nur steuerlich abziehbar, wenn sie durch eine Zuwendungsbestätigung nachgewiesen werden, die dem amtlich vorgeschriebenen Vordruck entspricht.

Eine Zuwendungsbestätigung ist aber entbehrlich, wenn das BMF besondere Regelungen aus Anlass einer Katastrophe trifft (§ 50 Abs. 2 Nr. 1 EStDV). Zuletzt hat das BMF anlässlich der verheerenden Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan zugelassen, dass Spenden auf ein Sonderkonto lediglich mit einem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug nachgewiesen werden können.

(BMF, Schreiben v. 4.5.2011, IV C 4-S 2223/07/0018 :004.)

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