Ohne Kanzlei-Website geht es nicht. Doch dabei sein ist gerade im WWW längst noch nicht alles. Die Website soll die Vorteile und die Kompetenz der Rechtsanwälte und der Kanzlei optimal und schnell transportieren und in den Suchmaschinen gut ranken. Nur so wird sie viele Mandanten anziehen, festhalten und dazu bringen, Kontakt aufzunehmen. Wichtig: Vor dem 25.5. sollte auch die Datenschutzerklärung auf den neuesten Stand sein.

So manche Kanzlei tritt im Internet seit Jahren auf der Stelle. Obwohl viele Anwälte für die Platzierung in den Suchergebnissen bei Google viel Geld bezahlen und auch fachlichen Input für die Seite liefern, gelingt es nicht, in den Google-Rankings auf der ersten Seite zu erscheinen.

Deshalb ist immer wieder eine schonungslose Analyse des Istzustandes erforderlich – einschließlich der eventuell beauftragen Onlineagentur. Hat die beim Ranking das Blaue vom Himmel versprochen, hinkt in der Realität aber dem SEO-Stand hinterher, sollte die Kanzlei eine neue Agentur beauftragen, die sich auf die Suchmaschinenoptimierung nicht nur oberflächlich versteht, denn ein Keyword macht noch keinen Sommer. Allerdings ist darauf zu achten, inhaltliche SEO-Vorgaben auch zu befolgen.

Infrastruktur der Kanzlei-Website muss stimmen

Bevor Anwälte weiter viel Geld für Google AdWords ausgeben, sollten sie Kosten und Nutzen genau abwägen. Vor allem macht es Sinn, sich die Struktur des eigenen Webauftritts mit den einzelnen Seiten und Unterseiten einmal genauer mit einem Profi anzusehen. Wer schon im Aufbau Fehler macht, verbrennt Geld bei Google AdWords und wird weder in der kostenfreien organischen Trefferliste noch unter den – oft für User weniger attraktiven - mit Anzeige gekennzeichneten Suchergebnissen an vorderster Front gefunden.

Sichtbarkeit auf mobilen Endgeräten steigern

Anwälte, die bei Google Fortschritte hinsichtlich ihrer Auffindbarkeit erzielen möchten, müssen auch an der Performance auf Smartphones arbeiten. Denn eine gute Präsentation auf mobilen Endgeräten zählt zu den wichtigsten Rankingfaktoren. Wie mobilfreundlich die eigene Kanzleiwebsite ist, erfahren Anwälte über die Google Search Console  - einschließlich Tipps zur Verbesserung.

Vorne nur mit den richtigen Keywords und Metadaten

Der Anwaltsmarkt ist in weiten Teilen längst ein Verdrängungswettbewerb. Das zeigt sich auch daran, dass Kanzleien auf ihren Websites meist dieselben Keywords verwenden. Doch so lässt sich nur schwer eine einzigartige Wettbewerbsposition aufbauen. Es gilt, auf der eine Seite mit dem Schwarm zu schwimmen, sich andererseits aber auch von der Konkurrenz abzugrenzen. Beispiel: Fachanwälte für Familienrecht gibt es viele. Aber nur wenige Fachanwälte sind auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert wie zum Beispiel die Scheidung von Unternehmern. Auch die richtige und "in der Luft liegenden" Keywords können Fachleute durch entsprechende Programm aufspüren.

Titel vergeben und Backlinks überprüfen

Viele Anwälte versäumen es zudem, der einzelnen Website einen Titel zu geben und eine Beschreibung anzuhängen, die im Hintergrund läuft (Metadaten). Natürlich müssen dort die passenden, aber nicht zu beliebigen  Keywords enthalten sein, damit die Suchmaschine die Website überhaupt findet. Und die Kanzleien sollten ihre Linkarchitektur analysieren. Wo wird die eigene Internetadresse überall gelistet? Kann das weiter optimiert werden. Lohnt der Eintrag in kostenfreien oder kostenpflichtigen Branchen- und Anwaltsverzeichnissen? Die Arbeit lohnt sich, weil Google die Backlinks wie eine Empfehlung positiv bewertet. Wie kann über Social Media mehr Zulauf generiert werden?  

Contentmarketing und Digitalisierung auch bei Einstellungen mitdenken

Im Zuge fortschreitender Digitalisierung wird es immer wichtiger, entsprechendes Know-how nicht ausschließlich über Dienstleister einzukaufen, sondern auch bei Einstellungen sowohl bei Berufsträgern als auch bei anderen Kanzleimitarbeitern IT-Kenntnisse oder –interessen zu berücksichtigen.

Kanzleimarketing und Legal-Tech erfordern eine Stärkung dieser Kompetenzen, aber auch die Neigung und Fähigkeit zu Contenmarketing durch gezielte und gut vernetzte Veröffentlichungen in jeder Kanzlei.

Denn mit einer „einsamen“ Website ist es nicht getan. Die planvolle Durchdringung des Internets über Social Media und durch Gastkommentare u.ä. erhöht den Aufschlag auf der Kanzleiwebsite deutlich. Dergleichen will aber geplant und organisiert sein und darf nicht als Kurzstreckenlauf angesetzt werden.

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Seminar: Das neue Datenschutzrecht in der Rechtsanwaltskanzlei

Ab dem 25.5.2018 gilt die DS-GVO unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Der Referent Prof. Dr. Boris Paal erläutert am 19.2.2018 um 14:00 Uhr die Auswirkungen des neuen Datenschutzrechts für Beratungspraxis und Büroorganisation in der Rechtsanwaltskanzlei. Die Seminarinhalte sind:

  •     Überblick über die die DS-GVO und das BDSGneu,
  •     Anwendungsbereiche, Bußgelder und Sanktionen und
  •     Leitfaden Datenschutz 2018/Compliance-Management.