28.08.2015 | Recht gesurft im WWW

Fünf Fundstücke für Juristen

Fundstücke für Juristen
Bild: Haufe Online Redaktion

Pfui Spucke!? Wie ist es zu bewerten, wenn Amtsträger beleidigt und bespuckt werden? Richter sehen das ziemlich gelassen. Nicht gelassen hinnehmbar: fremdenfeindliche Aufmärsche, die manche Flüchtlinge vor Asylbewerberunterkünften erleben. Sie sind bestürzend, doch die vollmundigen Ankündigungen der Politiker, die die ganze Härte des Rechtsstaates dagegen aufbieten wollen, sind unrealistisch und kaum durchsetzbar.

1. Das Postfach kommt - wir liefern die Details: Das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) ist nicht mehr zu ignorieren. Hier ein verständlicher und lesbarer Einstieg.

2. Die Härte der Justiz - wohlfeile Illusion der Politiker? Die Flüchtlingswellen und aufschäumende braune Soße - eine unheilvolle Mischung. Doch die vollmundigen Politikerdrohung, fremdenfeindliche Parolenschwinger vor Flüchtlingsheimen massiv zu belangen, ist realitätsfremd.

3.  Der Anwalt als Dealer: Der Strafrechtsdeal hat keinen sehr guten Ruf und ein Anwalt ist schließlich auch kein Teppichhändler. Wann macht das Dealen trotzdem Sinn?

4. Der Richter als Bespuckter: Das Beschimpfen, Bespucken und Beleidigen von Amtsträgern, wie ist es rechtlich einzuordnen und besteht Anspruch auf Wiedergutmachung?

5. Wir Twittern jetzt auch: An Social Media, so verheerend die Ergebnisse manchmal sind, kommt fast keiner vorbei.  Auch wir zwitschern nun mit den Spatzen.

Vgl. auch unsere früheren Surffunde im Internet in der Agenda 80 mit den Fundstücken:

Das Anwaltspostfach - es steht vor der Tür. Zum 1.1.2016 erhält jeder Anwalt ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) - selbst wenn er / sie sich nicht darauf freut. Hier eine Ermunterung.

Die Unverknackten: Hamburger Strafrichter haben eine düstere Liste von Straftaten erstellt, deren Verfahren mangels Personaldecke bei Gericht liegen blieben: versuchter Totschlag und andere Nicht-Kleinigkeiten.

Immobiliendarlehen widerrufen? Rückabwicklungen eines Darlehensvertrages bringen aktuell erhebliche Zinsvorteile. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen machen es bei sehr vielen Bankkunden möglich.

Messenger-App wechseln? Ein Test der Stiftung Warentest hat ergeben, dass gerade die gebräuchlichsten Apps für Kurznachrichten nicht immer die sichersten sind. Denken Sie auch beim Senden an Ihre Schweigepflicht!

Der Anwalt als Erpresser: Ein rechtskräftiges Zivilurteil pumpt einen gängigen Vergleich zwischen räumungswilligem Vermieter und zauderndem Mieter zur Erpressung auf und kürt den Anwalt zum Gehilfen.

Haufe Online Redaktion

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