21.08.2015 | Recht gesurft im WWW

Fünf Fundstücke für Juristen

Fundstücke für Juristen
Bild: Haufe Online Redaktion

Eines der Merkmale des Anwaltsberufs - neben der Angriffsfläche für Juristenwitze - ist die Position, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Eine Route in die ungewollte Strafbarkeit ist lockerer Umgang mit dem Mandantengeheimnis, etwa durch Nutzung unsicherer Messenger-Apps. Eine andere: Schließen Sie für Ihren Mandanten in einem Mietrechtsverfahren einen günstigen Vergleich über die Räumung ab und lassen Sie sich vom Zivilgericht Erpressung attestieren - rechtskräftig!

1. Das Anwaltspostfach - es steht vor der Tür. Zum 1.1.2016 erhält jeder Anwalt ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) - selbst wenn er / sie sich nicht darauf freut. Hier eine Ermunterung.

2. Die Unverknackten: Hamburger Strafrichter haben eine düstere Liste von Straftaten erstellt, deren Verfahren mangels Personaldecke bei Gericht liegen blieben: versuchter Totschlag, Kindesmissbrauch und andere Nicht-Kleinigkeiten.

3. Immobiliendarlehen widerrufen? Rückabwicklungen eines Darlehensvertrages bringen aktuell erhebliche Zinsvorteile. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen machen es bei sehr vielen Bankkunden möglich.

4. Messenger-App wechseln? Ein Test der Stiftung Warentest hat ergeben, dass gerade die gebräuchlichsten Apps für Kurznachrichten nicht immer die sichersten sind. Denken Sie auch beim Senden an Ihre Schweigepflicht!

5. Der Anwalt als Erpresser: Ein rechtskräftiges Zivilurteil pumpt einen gängigen Vergleich zwischen räumungswilligem Vermieter und zauderndem Mieter zur Erpressung auf und kürt den Anwalt zum Gehilfen. So schnell kann es gehen!

Vgl. auch unsere früheren Surffunde im Internet in der Agenda 79 mit den Fundstücken:

Neue Erbrechtssituation ab 17.8.: Wer als Deutscher im Ausland wohnt, sollte sich auf den 17.8.2015 Gedanken machen, ob er für seinen letzten Willen das Erbrecht seines Herkunftslandes oder das seines gewöhnlichen Aufenthaltes bevorzugt.

Legale Facebook Livestream-Nutzung: Filmchen auf Facebook können lustig sein, doch diese 6 Rechtsgrundsätze sollte dabei beachten, wer ein gerichtliches Nachspiel um Persönlichkeitsrechte ausschließen will.

Neue ReNoPat–Ausbildungsverordnung: Bei den Kanzleiberufsbildern Rechtsanwaltsfachangestellte, Notarfachangestellte, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und Patentanwaltsfachangestellte wurde zum 1.8. die Ausbildung modernisiert.

Justizminister unter Druck: Die Geheimnisverrats-Affäre wächst sich zur Staatsaffäre aus. Vielleicht sollte die Weisungskonstruktion Justizminister / Bundesstaatsanwalt noch vor dem Mordparagraf saniert werden.

Ausweispflichtiger Richter? Auch in einem badischen Strafverfahren war nicht ganz klar, wer das Sagen hatte. Der Angeklagte wollte den Ausweis des Richters sehen, ehe er sich auf den Prozess einlässt.

Haufe Online Redaktion

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