24.07.2015 | Recht gesurft im WWW

Fünf Fundstücke für Juristen

Fundstücke für Juristen
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Sonne bringt es an den Tag: Bei Hitze lernt man neue Bußgeldtatbestände wie fahren mit Flip-Flops, das Tragen der falschen Sonnenbrille oder Parken mit offenem Cabriodach kennen. Da lacht nicht nur die Sonne, sondern auch die Mannschaft vom ruhenden Verkehr. Nichts zu lachen haben dagegen die Anwälte im NSU-Fall. Der Richter lässt sie nicht laufen und Frau Zschäpe nimmt sie auf die Hörner: Verteidigung als Zwangsarbeit.

1 Germanwings-Entschädigung: Im deutschen Recht werden immaterielle Nachteile traditionell zurückhaltend entschädigt. Geld für Leid und Schmerz ist ein Tabu. Das zeigt sich auch am Fall der Hinterbliebenen der Absturzopfer.

2 Zschäpe und die Pflichtverteidiger: Pflichtverteidigung kann zur Strafarbeit werden. Nicht nur dürfen die NSU-Pflichtverteidiger ihr Mandat nicht niederlegen, jetzt dreht Zschäpe den Spieß gänzlich um und zeigt Heer, Stahl und Sturm an. Was kommt als Nächstes?

3 Digitale Nachlasspflege: Immer wichtiger wird es, sich im Todesfall auch um Spuren und Aktivitäten des Verstorbenen im Netz zu kümmern.

4 Fußfessel als Pannenhilfe? Nachdem versäumt worden war, die Gefährlichkeit eines freigelassenen Sicherheitsverwahrten vorab zu begutachten, bemüht sich die Justiz im Nachgang durch Anbringen einer Fußfessel um Sicherheit.

5 Bußgeldfallen zur Zeit der Hitzewelle: Deutschland stöhnt, der Staat macht Kasse - typische Ordnungswidrigkeiten, die die Hitze hervorbringt.

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Vgl. auch unsere früheren Surffunde im Internet in der Agenda 76 mit den Fundstücken:

Pflichtteil verwurstet?  Erbunwürdig wegen des Griffs nach der Wurst in der väterlichen Metzgerstheke? Nicht mit dem LG Mosbach!

Filsharing abgeschmettert: Das AG München hat eine Filesharing-Klage überraschend abgewiesen. Der Anschlussinhaber genügte seiner sekundären Darlegungslast, indem er mögliche Alternativ-Sünder nannte.

Fristenkalender versenkt: Schade! Wenn ein Gewitter den Fristenkalender nachhaltig zum Absturz bringt, ist das kein Grund für eine Wiedereinsetzung.

Gerichtliche Raubkopien: Mitten im Gericht hat ein IT-Mitarbeiter Raubkopien in hoher Zahl gefertigt. Reicht das für eine Kündigung?

Anwaltliches Fußballtrikot? Der nordrhein-westfälische Anwaltsgerichtshof hat sich gegen Rückenwerbung auf Anwaltsroben entschieden.

Haufe Online Redaktion

Schlagworte zum Thema:  Juristen, Rechtsanwalt