05.09.2014 | Was Sie wissen müssen

Fünf Fundstücke für Juristen

Bild: Haufe Online Redaktion

Rabiat und zupackend kommt man manchmal weiter, auch in juristischen Zusammenhängen. Doch über's Ziel hinausschießen sollte man dabei nicht. Wenn Richter drohen, Anwälte ausfällig werden oder über die Bande spielen, kommt irgendwann Gegenwind auf. Dann verfängt ein Befangenheitsantrag  oder es kann die Zulassung über Bord gehen. Auch ausgeprägter Erwerbssinn kann sich rechnen - aber auch ins Auge gehen.

Neugieriger Samenspender: Auch Samenspender haben Sorgerechte. Selbst wer die Mütter seiner durch Spenden entstandenen Kinder beleidigt und behelligt, hat ein Auskunftsrecht über die Entwicklung der Kinder.

Unwillige Richterin: Wenn Richter in einer Bagatell-Ordnungswidrigkeit gleich das Geschütz "Übergang ins Strafverfahren" auffahren, um die Rücknahme des Einspruchs zu forcieren, kommt das schnell befangen rüber.

Gewerblicher Prozessbetrüger? Wer einen Anwaltskollegen öffentlich und in Schriftsätzen als Meisterbetrüger bezeichnet, kann sich nicht mehr auf Meinungsfreiheit und verfahrensrechtliche Privilegierung zurückziehen. Es handelt sich um eine unlautere (§ 4 Nr. 7 UWG) Herabsetzung eines Mitbewerbers.

Erwerbssinnige bayerische Justiz: Dass die bayerische Justiz mit Geld umgehen kann, zeigte der Fall Ecclestone. Auch mit dem Versteigerungsportal „Justiz-Auktion.de“, das Beschlagnahmtes (Porsche , Diamanten etc.) versteigert, werden Millionen in die Kasse gespült.

Sozialer Ex-Anwalt: Mit der illlegalen Redtube-Abmahnoffensive versetzte er zum Jahresanfang User und Juristen in Aufregung. Nun verlor Abmahnanwalt Urmann seine Zulassung und wurde zu Sozialstunden verurteilt - allerdings in einer anderen Angelegenheit.

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Vgl. auch unsere früheren Surffunde im Internet in der Agenda 42 mit den Fundstücken:

Einfahren wegen Ice Bucket Challenge: Auf Aufforderung einen Eimer Wasser über den Kopf gekippt und in den Knast eingefahren.

Einfahren wegen Raubkopie: Wer im Kino Raubkopien filmt und sie später ins Netz stellt erfährt, Gerichte und Filmindustrie reagieren mittlerweile „Fast and Furious“.

Einfangen enttäuschter Mandanten: Ein Mandant, der seine Enttäuschung über eine Kanzlei hinausposaunt, kann schnell ihr Renommee beschädigen.

Abgeschmettert beim Bundesverfassungsgericht: Edathys Verfassungsbeschwerde gegen die Durchsuchung seiner Wohnungen wurde abgewiesen.

Wissen, wann Schluss ist: Ein ehemaliger Anwalt, der sich nicht mit dem Entzug seiner Zulassung abfinden wollte, muss nun Sozialstunden leisten.

Haufe Online Redaktion

Schlagworte zum Thema:  Juristen, Abmahnung, Befangenheit