Es muss nicht gleich ein Religionskrieg sein, doch für ein Gerichtsverfahren reicht es bei religiösen Kontroversen schon einmal. Hier zogen Mieter und Vermieter wegen einer Madonna vor Gericht, nach deren schützender Gegenwart im Treppenhaus einem evangelischen Mieter nicht der Sinn stand.

Nicht immer streiten sich Mieter und Vermieter vor Gericht um Farben. In einem Verfahren vor dem AG Münster schieden sich die Geister an einer Marienfigur.

Frommes Treppenhaus?

Der (katholische) Vermieter hatte eine Madonnenstatue im Treppenhaus aufgestellt. Dies behagte einem Mieter evangelischer Konfession nicht. Er fühlte sich in seinen religiösen Gefühlen beeinträchtigt und machte eine Mietminderung geltend.

Immerhin die Mutter auch des evangelischen Gottes

Die Miete ist bis auf den letzten Cent zu zahlen“, sagte das AG Münster (Urteil v. 22.7.2003, 3 C 2122/03) und erteilte einer Minderung eine klare Absage. Zum einen sei die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung durch eine Figur im Treppenhaus nicht beeinträchtigt.

Es bleibt doch in der Familie

Doch der Richter hatte nicht nur mietrechtliche, sondern auch theologisch-religiöse Argumente zur Hand: Auch nach evangelischem Glauben sei Jesus immerhin durch Maria geboren worden, sodass die Aufstellung der Madonna im Treppenhaus den Mieter nicht besonders schocken könne.