Singvögel, die im Frühling ausbleiben werden, schon einmal vermisst - doch nicht jeder Tierart ist im Garten gleichermaßen willkommen. Einige Keiler waren der der Streitpunkt in einem Verfahren vor dem LG Berlin und für allzu viel urige Natur auf einem WEG-Grundstück hatte auch das Gericht nichts übrig.

Ungebetene Huftiere im Garten – dies war der Streitpunkt in einem Mietrechtsverfahren.

Wildschweine in der Wohnanlage

Eine am Waldrand gelegene Wohnanlage wurde immer wieder von Wildschweinen heimgesucht. Es gab zwar einen Maschendrahtzaun, doch hatte dieser im Lauf der Zeit gelitten und war löchrig. Ein Mieter, der ungern vor der Haustür auf Wildschweine treffen wollte, verlangte Abhilfe und minderte zudem die Miete.

Mietminderung wegen Schwarzwildbestand

„Der Vermieter muss Wildschweine vom Grundstück fernhalten“, sagte das LG Berlin (Urteil v. 21.12.2015, 67 S 65/14). Seine Schutzpflicht betreffe nicht nur den räumlichen Bereich der Wohnung selbst. Vielmehr müsse der Vermieter dafür sorgen, dass auch auf den allgemein zugänglichen Gemeinschaftsflächen keine Gefahren für die Mieter lauern. Auch wenn Wildschweine normalerweise von sich aus keine Menschen angriffen, bestehe die Gefahr, dass Tiere durch falsches Verhalten von Menschen aggressiv werden.

Schutzpflicht des Vermieters betrifft auch den Garten

Schon diese Besorgnis beeinträchtige den ungestörten Gebrauch der Mietsache. Der Vermieter müsse daher die Wildschweine vom Grundstück fernhalten. Wie er das mache, sei seine Sache. Bis Abhilfe geschaffen sei, sei eine Minderung von 10 bis 20 Prozent – je nach Jahreszeit – angemessen.

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Hintergrund:

Tragisch! Ein Wildschweingedicht

Es war einmal ein wildes Schwein,
das fühlte sich im Wald allein.
Es suchte eine Wildschweinfrau,
so einen Traum von wilder Sau.
Er hatte sie nach Stunden
ganz schnell im Wald gefunden.

Das wilde Schwein hieß Torsten
und hatte raue Borsten.
Die Wildschweinfrau hieß Hilde,
sie war ganz lieb und milde.
Die beiden wurden schnell ein Paar,
doch ahnten sie nicht die Gefahr:
Es trottete ein schräger
und gnadenloser Jäger
mit einem bösen Schießgewehr
schon lange hinter ihnen her.
Er schoss dem armen Torsten
die Kugel durch die Borsten,
so dass nach einem halben Jahr
die Hilde Wildschweinwitwe war.

(Alfons Pillach)