Kuriose Fälle vor Gericht - Kündigung wegen Sexschaukel

In kaum einem Bereich gibt es so kuriose Rechtsfälle wie im Mietrecht, denn hier stoßen Privatleben und Vertragsrecht oft frontal aufeinander. Seit erotische Eskapaden durch entsprechende Bestsellerromane in der Mitte des Volkes angekommen und salonfähig geworden sind, beschäftigen auch ihre Rechtsfolgen zunehmend die Gerichte. Diesmal: Die quietschende Sexschaukel.

Des einen Freud ist des anderen Leid: m wahrsten Sinne des Wortes quietschfidel sorgte ein Mieter mit seiner Sexschaukel für nächtliche Geräusche. Die Begeisterung bei den Nachbarn und der Vermieterin hielt sich in Grenzen. Der Fall landete daher beim AG München auf dem Tisch hatte.

Doch leider mit Geräusch verbunden...

Der Mieter hatte in seiner Wohnung ein Gestell aufgestellt, an dem an einer Kette eine Schaukel hing. Insbesondere nachts benutzte der Mieter die Schaukel zu sexuellen Aktivitäten. Das nächtliche Treiben machte sich bei den Nachbarn unter anderem durch quietschende Geräusche bemerkbar machte.

Hierdurch sowie durch das Fallenlassen und Schieben von Gegenständen fühlte sich eine Nachbarin gestört. Zweimal mahnte die Vermieterin den Mieter wegen nächtlicher Ruhestörung ab – doch es quietschte weiter. Es folgte die ordentliche Kündigung, was beim Mieter auf wenig Gegenliebe stieß.

Quietschen der Schaukel entsprechen keinem normalen Mietgebrauch

„Die Kündigung war vollkommen in Ordnung“, sagte das AG München (Urteil v. 27.1.2014, 417 C 17705/13). Der Mieter hat seine Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich verletzt. Die nächtlichen Geräusche und insbesondere das Quietschen der Schaukel entsprechen keinem normalen Mietgebrauch mehr. Die anderen Mieter und die Vermieterin müssen diese nicht als sozialadäquat hinnehmen. Der quietschfidele Mieter muss also aus der Wohnung raus.

Vgl. zu dem Thema auch:

Ermäßigter Steuersatz bei Sado-Maso-Ferienhaus-Vermietung

Duisburg will mitkassieren -  Großstadtposse um Sexsteuer