Mieter wollen sich von ihren Vermietern nicht zu sehr in ihr Leben hineinreden lassen. Bei so emotional besetzten Sachverhalten wie der Tierhaltung enden Meinungsverschiedenheiten deshalb schnell einmal vor Gericht. Tierische Verfahren sind daher nicht selten. Doch meist geht es dabei um Hund und Katze. Doch auch andere Tiere kommen in mietrechtlichen Streitigkeiten zum Einsatz.

Nicht zum ersten Mal landete ein Fall vor Gericht, bei dem es eine Mietpartei mit der Tierliebe so übertrieben hatte, dass unangenehme Gerüche im Treppenhaus schließlich zur Kündigung führten. Nicht wenige Richter haben bei Augenscheinen schon in tierische Abgründe gesehen.

Franziska von Assisi?

Zu weit ging jedenfalls die Tierliebe einer Mieterin in dem Fall, den das AG Berlin-Spandau auf dem Tisch hatte. Die Mieterin kümmerte sich um verletzte Igel und nahm diese in ihre Wohnung auf, um sie dort aufzupäppeln und gesund zu pflegen. Die Nachbarn waren hiervon nur mäßig begeistert und beschwerten sich bei der Vermieterin über den strengen Geruch, der ins Treppenhaus drang.

Die Igel-Abmahnung

Trotz anschließender Abmahnung wollte sich die Mieterin nicht von den stacheligen Gesellen trennen, weshalb ihr schließlich eine Kündigung ins Haus flatterte.

„Igel gehören nicht in eine Wohnung“,

sagte das AG Berlin-Spandau (Urteil v. 11.11.2014, 12 C 133/14) und bestätigte die Kündigung. Sie seien keine Haustiere, sondern Wildtiere, sodass für sie die Regeln über die Kleintierhaltung nicht gelten.

Da sich die Mieterin trotz der Beschwerden der Nachbarn und der Abmahnung nicht einsichtig gezeigt hat, müssen nicht nur die Igel, sondern auch sie woanders unterkommen.

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