Ähnlich wie das Arbeitsrecht ist auch das Mietrecht in Deutschland so ausgelegt, dass es der schwächeren Vertragspartei, dem Mieter, einen starken Schutz verleiht. Doch wenn der Mieter gegenüber dem Vermieter all verbalen Hemmungen fallen lässt, dann setzt ihn der Richter trotzdem vor die Tür.

Eine im Agrarbereich angesiedelte Äußerung eines Mieters war der Dreh- und Angelpunkt eines Verfahrens vor dem AG München.

Sie Schwein!

Bei einer Auseinandersetzung mit dem Vermieter rief der Mieter diesem „Sie sind ein Schwein“ hinterher. Von dem tierischen Vergleich war der Vermieter alles andere als begeistert und kündigte den Mietvertrag fristlos. Im Räumungsprozess legte der Mieter sogar noch nach und erklärte, der Vermieter lüge wie gedruckt und rede dumm daher.

Das muss sich ein Vermieter nicht bieten lassen

„Das muss sich der Vermieter nicht bieten lassen“, sagte das AG München (Urteil v. 16.7.2013, 411 C 8027/13) und bestätigte die Kündigung. Die Bezeichnung als „Schwein“ sei nicht nur eine Beleidigung, eine erhebliche Vertragsverletzung.

Besserung nicht in Sicht

Außerdem deute das nachträgliche Verhalten des Mieters nicht darauf hin, dass eine solche Entgleisung nicht noch einmal vorkommen wird. Alles in allem sei es für den Vermieter unzumutbar, das Mietverhältnis fortzusetzen. Seine Wohnung war der Mieter damit endgültig los.

Vgl. auch:

Vorgesetzten Kollegenschwein genannt - keine Kündigung zulässig

Drastische Meinungsäußerungen des Arbeitnehmers: Wann wird es eng?