| Juristische Blogs

Blogs – was sind das eigentlich?

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wer häufiger im Netz nach juristischen Begriffen, Gerichtsentscheidungen oder juristischen Fragestellungen sucht, der stößt früher oder später auf juristische Blogs. Hierbei bemerkt er schnell die höchst unterschiedliche Qualität der Inhalte. Von eher unbedarfter Meinungsäußerung bis hin zu Urteilsbesprechungen von hoher Präzision ist alles zu finden.

Angesichts dieses Befundes stellt sich die Frage, wie verlässlich die jeweils vorgefundenen Informationen sind. Taugen Blogs beispielsweise als Informationsquelle für den Anwallt zur Beurteilung der Erfolgsaussichten für Rechtsbehelfe in konkreten Fallkonstellationen? Die Antwort ist leider keine einheitliche. Im Grundsatz bedeutet die unterschiedliche Qualität der Blogs, dass einige verlässlicher sind als andere. Aber auch innerhalb eines Blogs kann die Qualität der Beiträge erheblich variieren. Zunächst bedürfen aber der Begriff und die Entwicklung dieser Kommunikationsform einiger grundsätzlicher Erläuterungen.

Begriffsdefinition

Der Begriff „Blog“ entstammt der Verschmelzung der englischsprachigen Begriffe „Web“ und „Log“. Gemeint ist ein Logbuch oder Tagebuch, das über eine Webseite veröffentlicht wird. Autor oder Herausgeber dieses Journals ist der Blogger (Web-Logger). Der Herausgeber verschafft sich auf diese Weise ein besonders einfach zu handhabendes Medium, mit dessen Hilfe er seine Erfahrungen, Meinungen und alles, was er als wichtig ansieht, veröffentlichen kann. Hierzu benötigt er nicht mehr als eine Internetdomain (daneben sind auch Registrierungen über Fremdanbieter möglich).

Manche Blogs konzentrieren sich auf bestimmte Themenbereiche wie z.B. naturwissenschaftliche, philosophische oder eben juristische Blogs. Der Duden benennt die sächliche Form (das Blog) als die gebräuchliche, lässt aber auch „der“ als Artikel gelten.

 

Blogbestandteile

Als Posts werden die Hauptartikel des Herausgebers bezeichnet. Beziehen sich mehrere aufeinander folgende Beiträge auf das gleiche Thema, spricht man von einem Thread. Viele Blogs bieten für die Nutzer die Möglichkeit zur Anbringung eigener Kommentare. Mit einem RSS-Feed kann der Nutzer ohne separate Ansteuerung mehrere Blogs gleichzeitig auf Themenbeiträge hin überschauen. Über Tag-Clouds werden relevante Begrifflichkeiten in der Sidebar dargestellt, so dass der Nutzer sofort sieht, wie oft der von ihm gesuchte Begriff in dem Beitrag vorkommt.

 

Telemediengesetz

Das Telemediengesetz (TMG) legt den Blogbetreibern verschiedene Kennzeichnungspflichten auf. Bedeutsam ist insbesondere die Pflicht zur Einrichtung eines Impressums für geschäftsmäßige Blogs (§ 5 TMG). Was als geschäftsmäßig gilt, ist allerdings umstritten.

Der Begriff „geschäftsmäßig“ geht weit über die Gewerbsmäßigkeit hinaus. Manche Gerichte halten bereits eine nachhaltige Tätigkeit für ausreichend. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht erforderlich. Für juristische Blogs dürfte die Impressumspflicht regelmäßig gelten.

 

Gefahren

Diese entspringen hauptsächlich aus der letztlich rein subjektiven Ausrichtung eines Blogs auf den jeweiligen Herausgeber.  Allein dieser bestimmt, was richtig und was wichtig ist.  Durch Vorstellung und Besprechung ausgewählter juristischer Blogs soll in nächster Zeit in einer Artikelreihe in loser Folge an dieser Stelle dem Leser die Auswahl und Beurteilung einiger relevanter Jurablogs erleichtert werden. 

 

Schlagworte zum Thema:  Blog

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