James Bond - es kann nach deutschem Recht nur einen geben

Wie viel James Bond bedeutet, das hat man kürzlich wieder beim Medienrauschen zum Tod eines seiner bekanntesten Darsteller gesehen. Doch kann man diesen starken Namen auch annehmen, weil er aus medizinisch-therapeutischer Sicht bei der Bewältigung von Lebenskonflikte helfen könnte?

Studien belegen, dass ein Name Programm werden kann und die Reaktion der Umwelt auf den Träger beeinflusst. Darauf setzte wohl ein Mann aus dem Westerwald, der sich mit dem Namen des 007-Agenten  aus seiner misslichen Lebenslage befreien wollte.

Gegenwind für 007 vom VG Koblenz und der Verbandsgemeinde  

Ein Westerwälder hatte beim zuständigen Standesamt Bad Marienberg die Änderung seines Namens beantragt. Er wünschte, künftig wie der britische Geheimagent James Bond zu heißen, um hierdurch seine familiären Probleme besser bewältigen zu können. Dabei nehme er zur Not auch eine Kombination mit seinem jetzigen Vornamen in Kauf.

Bond als Hilfe bei Lebensproblemen

Der Antragsteller legte mit seinem Antrag auf Namensänderung ein medizinisches Gutachten vor, worin die Namensänderung aus medizinisch-psychologischen Gründen befürwortet wurde.

Der Antragsteller fühlte sich von den Mitgliedern seiner Familie permanent  beleidigt und herabgewürdigt. Diese hatten auch mehrere Strafanzeigen gegen ihn eingereicht. Sein bisheriger Familienname stelle für ihn daher eine große psychische Belastung dar, meinte er. Er habe den Wunsch, sein Leben neu zu ordnen. Hierbei helfe ihm der Name James Bond ungemein. Sämtliche ihn behandelnden Ärzte würden deshalb die Namensänderung befürworten.

In der Heimat James Bonds sieht man es eher locker

Der Kläger verwies darauf, dass er seinen Namen in Großbritannien bereits habe ändern lassen. Er verbringe häufig längere Zeit in Großbritannien. Dort habe die Namensänderung keinerlei Probleme verursacht. Sie sei ihm sogar offiziell bestätigt worden. Hierzu legte er ein Papier („UK Deed of change of name“) vor, das ihn in Großbritannien berechtige, den Namen James Bond zu tragen.

In Rheinland-Pfalz führt der Name James Bond zu Komplikationen

Das Verwaltungsgericht und das zuvor bereits im Rahmen eines Prozesskostenhilfehilfeverfahrens mit der Sache befasste OVG (OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss v. 22.2.2017, 7 D10724/16 OVG) blieben hart und wiesen darauf hin, dass der Name James Bond eine aus Film und Literatur bekannte Figur bezeichne.

Selbst wenn der Name des britischen Geheimdienstagenten mit dem Vornamen des Klägers kombiniert würde, so würde die Allgemeinheit den Namen doch stets mit der Figur des britischen Geheimagenten verbinden. Dies könne zu Missverständnissen (Wobei? Etwa bei der Lizenz zum Töten?) führen und im schlimmsten Fall den Namensträger in den Augen der Allgemeinheit auch der Lächerlichkeit preisgeben.

Aus diesem Grunde konnte sich das Gericht auch nicht der Auffassung der Mediziner anschließen, dass die Namensänderung dem Kläger bei der Lösung seiner familiären Konflikte tatsächlich behilflich sein würde. Der Name James Bond berge eher die Gefahr neuer Schwierigkeiten und Konflikte. Die Lösung familiärer Konflikte hänge im übrigen auch nicht von einem bestimmten Namen ab.

Nomen ist Omen

Bereits das OVG hatte darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Kläger nun mal nicht um die von Ian Flemming erfundene Romanfigur handele.

Der Name stehe in Deutschland grundsätzlich auch nicht zur Disposition des Namensträgers und könne nur aus wichtigen Gründen geändert werden.

Solche wichtigen Gründe seien auch durch das medizinische Gutachten nicht plausibel dargelegt. Im Gegenteil bestünden wichtige Gründe, die gegen eine Namensänderung sprächen. Der Kläger sei in das Schuldnerverzeichnis eingetragen und habe mehrere Vorstrafen. Die Durchführung von Vollstreckungsmaßnahmen gegen ihn würden durch eine Namensänderung erschwert. Die soziale Ordnungsfunktion des Namens würde im vorliegenden Fall durch eine Namensänderung daher in nicht hinnehmbarer Weise gestört.

(VG Koblenz, Beschluss v. 9.5.2017, 1 K 616/16.KO)

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Hintergrund

Wie wäre der Fall wohl ausgegangen, wenn der bekannte und kürzlich verstorbene Bond-Darsteller Roger Moore, der den britischen Geheimagenten in sieben Filmen verkörpert hat, eine solche Namensänderung beantragt hätte.

In England wäre sie ihm wohl nicht verwehrt worden. Aber dort sieht man diese Fragen ohnehin etwas gelassener. Immerhin hatte die Queen den Schauspieler ja auch zum Ritter geschlagen - eine Ehre die dem Antragsteller aus dem Westerwald in diesem Leben wohl nicht mehr zu Teil werden wird. Dabei würde ihm ein solcher Ritterschlag womöglich eher die gewünschte Anerkennung innerhalb seiner Familie bringen als der bloße Name James Bond. Wie man weiß, sind Namen ohnehin nur Schall und Rauch.

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