10.02.2012 | Kanzleitipps

Häusliches Arbeitszimmer: gemischt zu Wohnzwecken und als Arbeitszimmer genutzt

In einer Verfügung setzt sich die OFD Koblenz mit der Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für gemischt zu Wohnzwecken und als Arbeitszimmer genutzte Räume auseinander. Es klingt aus Sicht des Steuerpflichtigen nicht sehr ermutigend.

Betriebsausgaben oder Werbungskosten bei Arbeitszimmer

Von der OFD wird die Auffassung vertreten, dass Aufwendungen für gemischt zu Wohnzwecken und als Arbeitszimmer genutzte Räume nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten anerkannt werden können, wenn die private Mitbenutzung nicht nur von ganz untergeordneter Bedeutung ist.

 

Laut FG Baden-Württemberg muss private Mitbenutzung ganz gering sein

Das FG Baden-Württemberg hat die Verwaltungsauffassung bestätigt, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur dann abgezogen werden können, wenn das fragliche Zimmer nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird (Urteil v. 2.2.2011, 7 K 2005/08, EFG 2011 S. 1055).

Auch unter Berücksichtigung des Beschlusses des Großen Senats des BFH vom 21.9.2009 (GrS 1/06, BStBl 2010 II S. 672) ergebe sich nichts anderes.

 

FG Köln lässt auch fifty-fifty gelten

Das FG Köln hat dagegen die anteilige Berücksichtigung der Aufwendungen für einen als Wohnzimmer/Arbeitszimmer (je 50 %) genutzten Raum als Betriebsausgaben anerkannt (Urteil v. 20.7.2011, X R 32/11, EFG 2011 S. 1410; Rev. eingelegt, Az. beim BFH: X R 32/11). Einsprüche, die sich auf dieses Revisionsverfahren beziehen, ruhen kraft Gesetzes (§ 363 Abs. 2 Satz 2 AO).

(OFD Koblenz, Verfügung v. 19.9.2011, S 2354 A - St 32 2).

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