19.02.2016 | Recht gesurft im WWW

Fünf Fundstücke für Juristen

Fundstücke für Juristen
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Bürger verstehen das "Juristendeutsch" nicht. Nun prüfen Sprachwissenschaftler im Justizministerium, wie sich Paragraphen verständlicher formulieren lassen. Noch mehr Bürger verstehen nicht, warum sie solange auf ihr Recht warten müssen und sogar Schwerkriminelle wegen überzogener U-Haft vor Verfahrensbeginn freikommen. Antwort: Die Justiz ist unterbesetzt und unterfinanziert. Das schlägt auf's Image. Was überzeugt den Mandanten? Fachliche Kompetenz oder erstklassiger Kanzlei-Service? Letzteren kann er jedenfalls gut beurteilen.

1. Unterfinanzierte Justiz: Obwohl Deutsche mehrheitlich großes Vertrauen in ihre Justiz hegen, ist die chronische Überlastung der Justizorgane inzwischen im kollektiven Bewusstsein angekommen.

2. Mandantenzufriedenheit: Der Servicegedanke gegenüber dem Mandanten ist für den Erfolg einer Kanzlei mindestens so wichtig wie die fachliche Qualität.

3. BVerfG muckt auf: Solange Grundrechtesicherung gewährleistet sei, wollte es nicht in europäische Rechtsakte eingreifen. Mit der Zurückhaltung ist es vorbei, seit ein Europäischer Haftbefehl eine Ausweisung mit rechtsstaatlich unsicherem Ausgang verlangte.
4. Bußgeldpflichtige Zoophile: Auch bei den Zoophilen hat das BVerfG hingelangt. Wer gegen den Widerstand eines Tieres mit ihm intim wird oder werden lässt, dem droht nach dem Tierschutzgesetz weiter eine Geldbuße von bis zu 25 000 EUR. 

5. Paragrafendeutsch wird geglättet: Mal wieder sollen Lektoren und Germanisten die unverständlichen und verbauten Gesetzeswerke gerade ziehen und verständlich machen. Ob es diesmal klappt?

Vgl. auch die früheren Surffunde im Internet in der Agenda 96:

Cyberkriminalität: Mittlerweile wird jedes 2. Unternehmen Opfer von Hackern und anderen Internet-Ganoven. Gute IT-Sicherheit wird zunehmend zur wichtigen Rechtspflicht.

Späte Strenge: Carsten R. Hoenig trifft das zwiespältige Unbehagen, wenn nun die überfällige Aufarbeitung von NS-Verbrechen auf über Neunzigjährige trifft. 

"Kinderkrank": Zwar hat sich die Familienpflegezeit in den Unternehmen noch nicht durchgesetzt, aber "kinderkrank" macht mittlerweile sogar der Bundeswirtschaftsminister.

 Kanzlei goes Oscar: Viele Anwälte tummeln sich inzwischen mit Rechtsvideos im Internet - das Werk muss zwar nicht oscarreif sein, 08/15 lohnt die Mühe aber nicht.

Jagd auf Nebenkläger: Der NSU-Prozess hat ein (neues) Geschäftsmodell befördert. Bei größeren Opfergruppen wird jetzt Jagd auf Nebenklägervertretungen gemacht.

Haufe Online Redaktion

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