12.02.2016 | Recht gesurft im WWW

Fünf Fundstücke für Juristen

Fundstücke für Juristen
Bild: Haufe Online Redaktion

Auch rund um das Justizgeschehen gibt es Trends. Doch wie sooft gilt: Dabeisein ist nicht alles. Ein Anwaltsvideo im Internet? Nicht um jeden Preis und lieber nie als schlecht. Nebenklägervertretungen jagen bei Großprozessen - kann rechtlich und imagemäßig nach hinten losgehen.  Ein kaum zu ignorierender Trend bei den wirklich Bösen ist die Cyberkriminalität. Sie ist so in, dass es wichtig wird, gewerbliche Mandanten auf Pflichten zur IT-Sicherheit einzuschwören. In: seine kranken Kinder pflegen. Noch out: Familienpflegezeit.

1. Cyberkriminalität: Die Einschläge kommen näher, mittlerweile wird jedes 2. Unternehmen Opfer von Hackern und anderen Internet-Ganoven. Gute IT-Sicherheit zum Selbstschutz wird zunehmend zur wichtigen Rechtspflicht.

2. Späte Strenge: "Bis 1950 durfte die deutsche Justiz Nazi-Verbrechen nicht verfolgen, ... danach wollten sie nicht" - Carsten R. Hoenig trifft das zwiespältige Unbehagen, wenn nun die überfällige Aufarbeitung von NS-Verbrechen auf über Neunzigjährige trifft. 

3. "Kinderkrank": Zwar hat sich die Familienpflegezeit in den meisten Unternehmen noch nicht durchgesetzt, aber zumindest "kinderkrank" macht mittlerweile sogar der Bundeswirtschaftsminister.

4. Kanzlei goes Oscar: Viele Anwälte tummeln sich inzwischen mit Rechtsvideos im Internet - das Werk muss zwar nicht oscarreif sein, 08/15 lohnt die Mühe aber nicht.

5. Jagd auf Nebenkläger: Der NSU-Prozess mit seiner gefakten Nebenklägerin hat ein (neues) Geschäftsmodell befördert. Bei größeren Opfergruppen fremdenfeindlicher Straftaten wird jetzt Jagd auf Nebenklägervertretungen gemacht.

Vgl. auch die früheren Surffunde im Internet in der Agenda 95:

Freiheit für Assange? Ein UN-Menschenrechts-Gremium entschied, dass dem Whistleblower, der in einer Botschaft in London Asyl gesucht hat, eine willkürliche Inhaftierung widerfuhr.

U-Haft für Kontrahenten? Der österreichische OGH fand es zwar noch o.k., dass ein Anwalt U-Haft für den gegnerischen Kollegen forderte. Auf seiner Website durfte er das aber nicht verbreiten.

Ohne Akteneinsicht kein Haftbefehl: Verschafft die Staatsanwaltschaft dem Verteidiger nicht rechtzeitig Akteneinsicht, ist es vorbei mit der U-Haft. 

Mit dem Arzt oder Anwalt verpartnern? Warum sich mit einem Steuerberater als Partner begnügen? Laut BVerfG darf es jetzt auch ein Arzt oder Apotheker sein.

Dubiose Durchsuchungen: Ein Richter sollte nicht ins Blaue hinein die Durchsuchung einer Rechtsanwaltskanzlei anordnen: Bei vagem Verdacht ist sie unzulässig.

Haufe Online Redaktion

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