01.06.2011 | Kanzleitipps

DEÜV-Meldeverfahren: Neuer Datenbaustein ab Juni 2011

Aktualisierung des Datenbausteins für Unfallversicherungsdaten (DBUV) bei DEÜV-Meldungen: Wie wirkt sich die neue "Version 02" des DBUV in der Praxis aus?

Arbeitgeber haben über das DEÜV-Meldeverfahren verschiedene Beschäftigungs- und Entgeltdaten an die Krankenkassen (Einzugsstellen) zu übermitteln. Die hierbei aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Übermittlung von Meldedaten für die gesetzliche Unfallversicherung zeigen nun Folgen. Die seit Januar 2009 bestehenden Meldepflichten zum Versicherungszweig "Unfallversicherung" funktionierten bislang in bestimmten Fallkonstellationen gar nicht bzw. nicht richtig. Hauptursachen sind fehlende Verschlüsselungsmöglichkeiten, etwa wenn keine Unfallversicherungspflicht besteht, sowie unzureichende Fehlerprüfungen.

DBUV: Neue "Version 02" behebt alte Schwächen

Das soll nun anders werden. Der ab 1.6.2011 verpflichtend einzusetzende neue Datenbaustein (Version "02") für die Daten der Unfallversicherung (DBUV) ist runderneuert worden. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle DEÜV-Entgeltmeldungen mit dieser neuen Fassung übermittelt werden. Außerdem ist im Datenbaustein "Datensatz Meldung (DSME)" die Versionsnummer "02" anzugeben. Die entsprechenden Vorkehrungen haben die Softwarehersteller der Entgeltabrechnungsprogramme im Regelfall rechtzeitig getroffen. Entsprechende Updates werden an die Kunden ausgeliefert.

Softwareupdates: Übergangsfrist läuft noch bis 31.7.2011

Wichtig: Für die Umstellung zum 01.06.2011 ist der Meldezeitpunkt maßgebend - nicht der Zeitraum, für den die Meldung gelten soll. Als Meldezeitpunkt gilt der Eingang des Datensatzes bei der Datenannahmestelle der Krankenkasse. Entscheidend ist also der Tag der Meldung an sich, nicht der gemeldete Zeitraum! Jedoch gilt bis 31.7.2011 eine Übergangsregelung, um einen möglichst problemlosen und fließenden Umstieg zu ermöglichen. Wer zertifizierte Entgeltabrechnungsprogramme nutzt ist auf der sicheren Seite. Alle Stellen, die Daten im Rahmen des DEÜV-Meldeverfahrens absetzen, sollten sich spätestens Ende Juli 2011 vergewissern, dass entsprechende Softwareupdates eingespielt wurden. Die Mehrzahl der Softwarehersteller wird erst im Laufe des Monats Juni, spätestens aber im Juli 2011, Updates an die Kunden ausliefern. In jedem Fall nehmen die Datenannahmestellen im Rahmen der Übergangsregelung noch bis 31.7.2011 Meldungen mit der alten Version des Datenbausteins an. Achtung: Nach Ablauf dieser Übergangsfrist werden solche Meldungen von den Rechenzentren der Sozialvesicherungsträger allerdings abgewiesen.

Arbeitserleichterung für Entgeltabrechner: Nun mehr Klarheit

Die Aktualisierung dürfte in der Entgeltabrechnung in manchen Fällen durchaus für Arbeitserleichterung sorgen. Zwar sind nun in Einzelfällen sogar zusätzliche Angaben zu machen (z. B. bei Auslandsbeschäftigung), diese ersparen künftig aber unnötige Rückfragen oder gar lästige Fehlermeldungen. In bestimmten Fallkonstellationen erübrigen sich auch einzelne Eingaben, zum Beispiel zur Gefahrtarifstelle oder zum unfallversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt. Fehlerprüfungen stellen nun auch sicher, dass immer dann die Gefahrtarifstelle gemeldet wird, wenn dies tatsächlich erforderlich ist. Werden die Beiträge zur Unfallversicherung nicht nach dem Arbeitsentgelt bemessen (UVGD = "A09"), ist künftig im Feld "beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zur Unfallversicherung (UVEG)" nur die Grundstellung (Nullen) zulässig. Dank dieser zahlreichen Optimierungen werden zukünftig viele potenzielle Fehlerquellen bereits vor einer Übermittlung der Daten erkannt und beseitigt.

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