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Bezug von Fachzeitschriften von Arbeitnehmern als Werbungskosten abziehbar?

Erwirbt ein Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen verschiedene Börsenzeitschriften, schied ein Abzug der Abo-Kosten als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit bis her regelmäßig aus. Doch mit einer guten und plausiblen Begründung, geht künftig doch etwas.

Angestellt und belesen

Ein Arbeitnehmer bezog aus beruflichen Gründen folgende Zeitschriften: Effekten Spiegel, Depot-Optimierer, Finanztipp, Wahrer Wohlstand und Oxford Club. Die Kosten für diese Zeitschriften machte er bei seinen Werbungskosten in Anlage N zur Einkommensteuererklärung geltend.

Er wies dem Finanzamt plausibel nach, dass er diese Zeitschriften in seiner Position für Untersuchungen zum Konsumverhalten und bei der Entscheidung bei Firmeninvestitionen benötigte. Das Finanzamt ließ sich überzeugen und gewährte den Werbungskostenabzug.

 

Das hilft weiter

Wer mit dem Finanzamt im Clinch liegt, weil der Werbungskostenabzug für bestimmte Zeitschriften versagt werden soll, kann mit folgenden Argumenten punkten:

  • Exakte Nachweise, für welche beruflichen Entscheidungen die Inhalte der Zeitschriften maßgeblich waren.
  • Bescheinigung des Arbeitgebers, der den Bezug dieser Zeitschriften für absolut notwendig ansieht.
  • Zuzahlungen des Arbeitgebers zu den Abo-Kosten verdeutlichen die berufliche Notwendigkeit.

(FG München, Urteil v. 3.3.2011, 5 K 3379/08).

Praxishinweis: Lässt sich das Finanzamt nicht überzeugen, sollte versucht werden, die Abo-Kosten in einen privaten und beruflichen Anteil aufzuteilen. Ein Kompromiss, dem die Finanzämter aufgrund der aktuellen Rechtsprechung (BFH, Großer Senat, Az. 1/06) meist folgen werden.

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