14.10.2016 | Werbungskosten

Rechtsanwalt mit Stipendium kann die Studienkosten für den LL.M nicht absetzen

Wer in den USA seinen LL.M macht, kann nur die Kosten absetzen, die sein DAAD-Stipendium nicht abgedeckt hat.
Bild: Haufe Online Redaktion

Studienkosten können nicht als Werbungskosten steuerlich berücksichtigt werden, wenn die Kosten im Rahmen eines Stipendiums steuerfrei erstattet wurden. Dies entschied das Finanzgericht Köln gegen einen Rechtsanwalt.

Ein Rechtsanwalt hatte für sein Aufbaustudium zum Master of Laws in den USA ein Stipendium des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) erhalten. Von den Kosten für das Auslandsstudium in Höhe von insgesamt ca. 30.000 Euro wurden ihm vom DAAD 22.000 Euro erstattet.

Alles als Werbungskosten geltend gemacht 

Der Anwalt machte in seiner Steuererklärung gleichwohl die gesamten Kosten als vorweggenommene Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit geltend. Begründung:

  • Die Stipendiumsleistungen des DAAD seien steuerlich wie Unterhaltszahlungen der Eltern zu behandeln,
  • weshalb die Studienkosten in vollem Umfang abziehbar blieben.

Das Finanzamt sah dies anders und berücksichtigte die Studienkosten nur insoweit als Werbungskosten, wie sie nicht vom DAAD erstattet wurden, also in Höhe von nur 8.000 Euro 

Keine wirtschaftliche Belastung

Die Klage des Anwalts blieb erfolglos. Das Finanzgericht Köln lehnte einen weitergehenden Abzug der Studienkosten ebenfalls ab.

Er vertrat die Auffassung, dass der Kläger im Ergebnis keine Aufwendungen getragen habe, soweit ihm die Kosten durch das Stipendium steuerfrei erstattet worden seien. In dieser Höhe sei er durch die Ausgaben nicht wirtschaftlich belastet gewesen.

(FG Köln, Urteil v. 20.5.2016, 12 K 562/13).

Hinweis zu Steuern in der Kanzlei

Gerichtsverfahren gab es kürzlich auch um die Besteuerung von Dienstwagen und von der Kanzlei abgeschlossenen Berufshaftpflichtversicherungen.

Für Fortbildungskosten ist zu beachten:

  • Aufwendungen für Studienreisen und Fachkongresse sind nur dann als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähig,
  • wenn die Teilnahme so gut wie ausschließlich beruflich/betrieblich veranlasst ist
  • und die Verfolgung privater Interessen (z. B. Erholung, Bildung, Erweiterung des allgemeinen Gesichtskreises)
  • nach dem Anlass der Reise, dem vorgesehenen Programm und der tatsächlichen Durchführung nahezu ausgeschlossen ist.

Die Abgrenzung und Entscheidung darüber, ob (private) Lebenshaltungskosten oder berufliche/betriebliche Aufwendungen vorliegen, kann bei Auslandsgruppenreisen nur unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls erfolgen (Quelle: Haufe Anwalt Office Premium).

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Schlagworte zum Thema:  Rechtsanwalt, Werbungskosten

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