23.09.2015 | Serie Wann kommt das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA)?

beA kommt – Vorbereitungen für den Start

Serienelemente
Die Vorbereitungen für das beA laufen an
Bild: Michael Bamberger

Im August 2015 hatte jeder Rechtsanwalt ein Informationsschreiben der BRAK mit einer Broschüre zum beA erhalten. Der Präsident der BRAK, Axel C. Filges, formuliert darin die Bitte „die beA-Karte so bald wie möglich zu bestellen“. Die beA-Karte ist Voraussetzung für den Zugriff auf das beA. Danach kam das Projekt allerdings ins Stocken. Nun liegt der Starttermin voraussichtlich auf dem 1.7.2017.

Herausgeber der beA-Karte ist die Bundesnotarkammer (BNotK), die langjährige Erfahrung bereits als Zertifizierungsstelle hat. Auf einer speziellen Webseite https://bea.bnotk.de/ kann die beA-Karte nebst Zubehör, wie Kartenlesegeräte, bestellt werden.

Was braucht der Anwalt für beA?

Bevor der Anwalt aktiv werden kann, braucht er ein weiteres Schreiben der BRAK, das der Vizepräsident, Dr. Martin Abend, unterzeichnet hat. Dieses Schreiben erhält die persönliche Antragsnummer, die jedem Anwalt zugeordnet wurde. Ohne diese persönliche Antragsnummer ist eine Bestellung nicht möglich.

Bis Ende September sollen alle Anwälte ihr Schreiben mit der persönlichen Antragsummer erhalten haben.

Wer dann seine persönliche Antragsnummer noch nicht bekommen hat, soll sich bei der BNotK per E-Mail unter bea@bnotk.de melden.

Welche beA-Karte ist notwendig?

Es gibt zwei Varianten für Anwälte:

  • beA-Karte Basis:
    für die Erstregistrierung und die tägliche Anmeldung am beA
    zum Nettopreis von 29,90 EUR zzgl. USt. jährlich.
  • beA-Karte Signatur:
    Basiskarte mit zusätzlichem Signaturzertifikat zur qualifizierten elektronischen Signatur (qeS)
    zum Nettopreis von 49,90 EUR zzgl. USt. jährlich.

Auch wer bereits eine Signaturkarte hat, benötigt zumindest eine beA-Karte Basis. Wer bislang den elektronischen Rechtsverkehr noch nicht genutzt hat, bestellt am besten direkt die beA-Karte-Signatur. Die Signierfunktion wird allerdings erst im neuen Jahr zur Verfügung gestellt.

Sicherheit ist oberstes Gebot, daher sollte mindestens eine Zusatzkarte pro Anwalt angeschafft werden. Die

  • Zusatzkarte beA-Basis:
    kostet 29,90 EUR zzgl. USt.

Bei Verlust oder Defekt sind die beA-Karten aus Sicherheitsgründen zu sperren. Nach der Sperrung ist eine

  • Ersatzkarte:
    notwendig. Diese kostet einmalig 30,00 EUR zzgl. USt.

Zusätzliche Karten sind voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2016 zu bestellen.

Es gibt zwei Varianten für Mitarbeiter:

  • Mitarbeiter-Chipkarte:
    zum Abruf und Versenden von Nachrichten
    zum Nettopreis von 12,90 EUR zzgl. USt. jährlich.
  • Mitarbeiter-Zertifikat:
    Software-Zertifikat (vergleichbar mit z.B. Elster bei USt.-Voranmeldung)
    zum Nettopreis von 4,90 EUR zzgl. USt. jährlich.

Wer an jedem Arbeitsplatz, an dem versendet wird, ein Kartenlesegerät angeschlossen hat, sollte die komfortablere Form der Mitarbeiter-Chipkarte wählen. Die Handhabung des Software-Zertifikats, mittels USB-Stick oder Datei, ist umständlicher.

Welche Kartenlesegeräte sind zugelassen?

Um sich sicher beim beA anzumelden benötigt man neben der beA-Karte ein Kartenlesegerät mit Tastatur (Gruppe 3).

Über die Seite der BNotK können zwei Kartenlesegeräte bestellt werden:

  • Basis-Kartenlesegerät:
    cyberjack secoder, geeignet für die Anmeldung am beA und für die qualifizierte elektronische Signatur
    für 59,90 EUR zzgl. USt.
  • Kartenlesegerät Komfort:
    (zusätzlich für Online-Banking und den neuen Personalausweis nutzbar) für 129,90 EUR zzgl. USt.

Die Kartenlesegeräte können auch im freien Handel bestellt werden. Des Weiteren können alle Kartenlesegeräte verwendet werden, die auf der Seite der Bundesnetzagentur gelistet sind:

Welche Datenübertragungsrate ist notwendig?

2 MBit/sec als Minimallösung für Up- und Download empfohlen, 6 Mbit optimal. Hier können Sie überprüfen, welche Up- und Downloadgeschwindigkeit Ihnen zur Verfügung steht. 

Welche Technik wird benötigt?

Notwendig für die Nutzung des beA sind:

  • Computer
    mit mindestens 512 MB Arbeitsspeicher und einem Betriebssystem von Windows, Mac OS oder Linux.
  • Scanner
    zum Einscannen der Anlagen, sinnvoll: Duplexscanner, Farbe, ggf. A3 Format. Bei vorhandenen oder neu anzuschaffenden Geräten die Funktionalität und Geschwindigkeit prüfen.
  • beA-Karte
  • Kartenlesegerät
  • Leistungsfähige Internetverbindung

 Auf der Seite https://bea.bnotk.de findet sich auch ein anschaulicher Film, für alle, die lieber hören statt lesen.

Ilona Cosack, Fachbuchautorin und Inhaberin der ABC AnwaltsBeratung Cosack, Fachberatung für Rechtsanwälte und Notare, https://bea-abc.de

Schlagworte zum Thema:  Elektronischer Rechtsverkehr, Besonderes elektronisches Anwaltspostfach, Rechtsanwalt

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