14.05.2012 | Top-Thema Auskünfte am Telefon

Grenze zwischen Gefälligkeit und Beratungsvertrag

Kapitel
Bild: MEV-Verlag, Germany

Vor allem Steuerberater und Rechtsanwälte werden von Ihren bestehenden oder potentiellen Mandanten häufig telefonisch zu Problemkreisen befragt, die nicht bereits Gegenstand von Mandaten sind und in die sich der Berater noch nicht hat einarbeiten können. Von solchen, meist kostenlosen Ad-hoc-Auskünften wird genauso wie von allem anderen, was der Berater schreibt und sagt, erwartet, dass sie umfassend und richtig sind. Was aber passiert, wenn das mal nicht der Fall ist?

Kann der falsch Beratene den Steuerberater oder Anwalt in Haftung nehmen oder muss er mit den Folgen leben, weil es sich bei der Auskunft nur um eine Gefälligkeit handelt? Kann der Berater seine Haftung von vornherein ausschließen?

Berater bewegen sich auf einem schmalen Grat, wenn sie telefonische Auskünfte auf Fragen geben, die ihnen spontan und ohne die Möglichkeit der Vorbereitung gestellt werden. Das Schwert der Haftung hängt über ihnen, denn nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wird sehr schnell der stillschweigende Abschluss eines Auskunfts- oder Beratungsvertrags angenommen, wenn bestimmte Indizien vorliegen und die gesamten Umstände des jeweiligen Einzelfalles auf einen Rechtsbindungswillen der Parteien schließen lassen.

Schlagworte zum Thema:  Haftung

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