Auch das noch Warmbadetag

Warmduscher kennt jeder, doch es gibt auch den Warmbader. Wird ihnen ihr mollig warmes Bad verwehrt oder erschwert, dann sehen sie rot. Weigert sich der Vermieter dann, das Badewasser richtig aufzuheizen, geht der Kaltwasserverächter notfalls vor Gericht. Mit etwas Glück trifft er dort auf gleichgesinnte Richter, die dem  Vermieter "Feuer unterm Kessel" machen.

Um das richtige Baden stritten Vermieter und Mieter einer Wohnung vor dem AG München. Der Vermieter hatte in der Wohnung eine defekte Gastherme gegen ein neues Modell ausgetauscht. Dieses war allerdings etwas schwach auf der Brust, sodass es nach dem Austausch geschlagene 42 Minuten dauerte, bis die Badewanne mit warmem Wasser gefüllt war.

Warten auf warmes Wasser

„Das ist eindeutig zu lang“, sagte das AG München (Urteil v. 26.10.2011, 463 C 4744/11) und verdonnerte den Vermieter, eine ausreichend dimensionierte Therme zu installieren. Dem Mieter sei es nicht zuzumuten, so lange auf eine gefüllte Wanne zu warten, zumal das Wasser während des Einlassens schon wieder abkühle.

Gesundheitsbewusster Vermieter

Der Beklagte wollte es auf die wohlmeinende Art zum Erfolg bringen. Doch mit dem Einwand, 38 Grad seien ohnehin genug, weil bei höheren Wassertemperaturen Herz und Kreislauf überlastet würden und die Haut austrockne, konnte der Vermieter beim Gericht nicht punkten.

Wohltemperiertes Baden = gerichtsbekannt

Das Gericht – genauer gesagt eine Richterin – wisse nämlich „aus eigener Erfahrung“, dass es für ein angenehmes Baden hinlänglich warmes Wasser braucht. Man zeigte dem Vermieter deshalb in der Entscheidung die kalte Schulter.