Serienelemente
Bild: Haufe Online Redaktion

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, doch Überreaktionen zwecks Gefahrenabwehr können auch ins Geld gehen. Das musste ein Hauseigentümer erfahren, der bei einem Wasserrohrbruch statt des Klempners lieber gleich die Feuerwehr alarmierte.

Die Idee war nicht ganz abwegig, da die Feuerwehr normalerweise deutlich schneller kommt, als ein benötigter Handwerker. Trotzdem endete der Einsatz letztlich vor Gericht.

In hoher Mannstärke angerückt

Da die Feuerwehr in hoher Mannstärke anrückte und der ganze Aufwand letztlich unnötig betrieben wurde, aber trotzdem zu zahlen war, traf man sich nach dem Feuerwehreinsatz noch einmal, vor dem Verwaltungsgericht Gießen.

Putzlappen hätte auch gereicht

Aufgeschreckt, weil sein Wasserrohr gebrochen war, hatte der Hauseigentümer die Feuerwehr mitten in der Nacht alarmiert. Diese rückte sogleich mit 3 Fahrzeugen und 13 Mann an und stellte fest, dass man die ausgetretene Wassermenge auch mit einem Putzlappen entfernen konnte. Unverrichteter Dinge zog die Feuerwehr wieder ab und berechnete für den Einsatz 530 Euro. Das wollte der Hauseigentümer nicht zahlen, denn die Feuerwehr habe ja gar kein Wasser abgepumpt.

Pumpen treibt den Preis nicht hoch, ausrücken schon

„Die Feuerwehr wird nicht für’s Pumpen bezahlt“, beschied das VG Gießen (Beschluss v. 6.1.2011, 8 L 2835/10.Gl). Wer die Feuerwehr zur allgemeinen Hilfe ruft, muss dafür aufkommen, egal, ob sie dann tatsächlich gebraucht oder aktiv wird.

Es geht auch eine Nummer kleiner

Doch der Richter war nicht uneinsichtig und zumindest er bewies Augenmaß: Es sei etwas übertrieben gewesen, in dieser Stärke anzurücken. 2 Fahrzeuge mit 7 Mann hätten es auch getan. Als Folge dieses nachträglichen Personalabbaus musste der panische Hauseigentümer letztlich nur 303 Euro für den Einsatz erstatten.

Der Mann mag voreilig Alarm geschlagen haben, doch die vielfältigen Einsatzmöglichkeit der Feuerwehr soll dies nicht in Frage stellen:

Die Feuerwehr

Wenn sich Autos überschlagen,
gibt es meistens Grund zum Klagen!

Brennt ein Christbaumkerzelein,
kann es schnell die Wohnung sein!

Auch das Wasser birgt Gefahr,
weiß man, wenn man luftlos war!

Dumm ist auch, es brennt ein Haus
und man kann dann nicht heraus!

Fällt was um, bricht wo was ein,
kann das ziemlich schrecklich sein!

Überschwemmungskatastrophen
lassen auch auf Hilfe hoffen ...

Und – wen braucht man dann gar sehr?
Natürlich uns – die Feuerwehr!

Aktuell
Meistgelesen