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Dann geht's hinaus in die Natur Bild: MEV-Verlag, Germany

Manchmal gelangen Themen vor Gericht, da kann man nur die Nase rümpfen. Die Überlastung der Justiz wird gerade im Mietrecht oft leicht nachvollziehbar, wenn ein Richter damit beschäftigt ist, im Diskurs mit Mieter und Vermieter - und womöglich noch einigen Zeugen und Anwälten - die Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens zu erörtern.

Das Mietrecht ist gelegentlich ein Fundus bizzarer Fallgestaltungen, denn fast jeder wohnt irgendwo, egal ob der ein Kauz ist oder nicht. Manchmal haben Vermieter und Nachbarn so die Nase voll, dass es vor Gericht geht. Dann haben auch die Richter was zu lachen.

Notdurft im Garten?

Die Verrichtung menschlicher Bedürfnisse an unüblicher Stelle sorgte in einem Fall, den das AG Köln zu entscheiden hatte, für Ärger. Der Mieter einer Wohnung missbrauchte den zugehörigen Garten regelmäßig als Toilette. Mehrere Zeugen bekundeten übereinstimmend, dass der Mieter im Grünen immer wieder in einen Eimer oder aber auf den Rasen und an die Bäume urinierte; einmal wurde der Mieter dabei beobachtet, wie er seine Hinterlassenschaft mit Obstresten vermischte.

Unglückliche Nachbarn und Hausbewohner

Trotz diverser Beschwerden anderer Bewohner und einer Abmahnung ließ sich der Mieter nicht davon abhalten, sein Geschäft im Garten zu verrichten.

Der Zwangsverwalter der Wohnung wusste sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als dem Mieter fristlos zu kündigen. Letzterer sah das nicht ein.

Raus, und zwar sofort!

„Raus, und zwar sofort“, sagte das AG Köln (Urteil v. 21.10.2010, 210 C 398/09). Das Verhalten des Mieters stelle wegen der Belästigung der Nachbarn eine nachhaltige Störung des Hausfriedens dar. Dies berechtige den Vermieter bzw. Zwangsverwalter zur fristlosen Kündigung.

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