14.06.2012 | Anwaltstag

Des Anwalts Kunst

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

„Die Kunst, Anwalt zu sein – Kunst, Kultur und Anwaltschaft“. Unter diesem Motto steht der 63. Deutsche Anwaltstag in München. Ein Blick auf die Programmliste zeigt: Das Motto ist wird weitgehend umgesetzt und verspricht ein Reihe interessanter juristisch- kunstvoller Momente und Begegnungen.

Furios beginnt der erste Tag gleich mit einem DAV – Redewettstreit des Anwaltsnachwuchses. Die ungewöhnlichen Schwerpunktthemen hierbei sind:

  • Anwaltskultur und Widerspruch
  • Lebenskunst und Anwaltskultur
  • Die Kunst, Anwältin zu sein

Nach ökumenischer Morgenandacht und Begrüßungszeremonien beginnen am Folgetag dann die eigentlich inhaltlichen Veranstaltungen.

Juristische Themen – kunstvoll eingebettet

Der Großteil der Themenangebote betont wie schon am Vortag die künstlerischen Aspekte des Anwaltsberufs. Schon die Benennung der Themen lässt die im allgemeinen doch als eher trocken empfundene Berufsgruppe in einem ungewohnt kreativen Licht erstrahlen und hebt den bisher häufig übersehenen künstlerisch-kulturellen Aspekt des Anwaltsberufs auf eine völlig neue Ebene:

  • Die Kunst, Anwalt zu sein
  • Die Anwaltskunst im Zivilprozess
  • Kunstfehler in der Medizin
  • Gestaltungskunst im Erbrecht
  • Die Kunst des Kanzleimanagements

Diese Themeneingrenzungen provozieren jedenfalls hohe Erwartungen daran, dass die Referenten die gestalterische Kraft der anwaltlichen Tätigkeit zum Ausdruck bringen und damit Freude und Neugier an diesem ungewohnten Blickwinkel auf die anwaltliche Tätigkeit wecken.

Anwaltliche Spezialgebiete als eigene Kunstformen

Unter dem Oberbegriff „Informationstechnologie-Recht“ werden die Themen „Kunst und Anwaltschaft im Netz“, das „Google Art Projekt“ und der „Anwalt in sozialen Netzwerken“

angeboten. Im Unterhaltsrecht wird die konkrete Bedarfsberechnung zu einer eigenen Kunstform erklärt. Prozessrechtlich sollen die Kunst des Anwalts, Zeugen zu befragen, näher analysiert und der unterschiedliche Aufbau von Plädoyers in verschiedenen Kulturkreisen untersucht werden.

Trockene Themen für die Skeptiker

Für die, denen das alles doch zu kunstvoll daher kommt, sind auch einige gewohnt sachlich formulierte Themenschwerpunkte dabei, wie arbeitsrechtliche Fragestellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Gebührenrecht, zur Pirateriebekämpfung im Urheberrecht, sowie zu speziellen Fragen des Europarechts und der Menschenrechte.

Für jeden etwas

Auch für nicht künstlerisch interessierte Juristen werden also hinreichend aktuelle und interessante Themen angeboten, die eine Teilnahme lohnenswert machen. Vielleicht sehen aber auch diese Vertreter ihren Beruf nach dem Besuch des Anwaltstages in einem etwas eleganteren, kunstvolleren Licht als vorher. Anderenfalls können sie den persönlichen Bezug über die alte Weisheit "Kunst kommt von Können" herstellen

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