22.05.2012 | Top-Thema Anwaltsgebühren: Praxisprobleme, Bearbeitungsoptimierung, angemessene Honorierung

Umgang mit niedrigen Streitwerten

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Fast jeder Anwalt weiß, dass oft die Mandate mit niedrigem Streitwert den meisten Aufwand, z. B. als «Prinzipien-Rechtsstreit», bedeuten können. Typische Fälle sind auch Überprüfung von Nebenkostenabrechnungen oder Nachbarstreitigkeiten.

Bei allgemeinen zivilrechtlichen Mandaten unter einem Streitwert von 600 EUR sollte der Anwalt, soweit sie denn bei ihm landen, seine Rechtsanwaltsfachangestellten möglichst selbstständig in die Bearbeitung einbeziehen.

Effizienzerwägungen

Im Übrigen sollte er für den Fall der Klageerhebung - wo vertretbar - unbedingt den Antrag auf ein Verfahren ohne mündliche Verhandlung stellen (§ 495a ZPO). Für den Fall, dass das Gericht dennoch Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt, kann regelmäßig ein Stationsreferendar mit der Terminwahrnehmung beauftragt werden (§ 5 RVG).

Soweit in Zivilsachen der Wert der Angelegenheit unter 5 000 EUR liegt, hier kann meist nicht kostendeckend gearbeitet werden, muss der Anwalt seine Arbeitsweise soweit wie möglich optimieren. Reine Inkassosachen und normal gelagerte Verkehrsunfälle z. B., müssen dem Personal zur Bearbeitung überlassen werden. Es bieten sich zudem Checklisten an, die der Mandant vor einer Besprechung «abarbeitet» (auch schon für den Fall, dass es zur Klageerhebung kommt).

Zahlungsunfähige Mandanten

Schwieriger ist die Angelegenheit, wenn der Mandant als «Antragsgegner» oder «Beklagter» kommt. Hier muss dem Mandanten klar kommuniziert werden, dass er es besser gleich sagen sollte, wenn er die geltend gemachte Forderung dem Grunde nach anerkennt, aber diese derzeit nicht bezahlen kann. Prozesse zwecks «Zahlungsaufschub» kosten den Mandanten zusätzlich Geld, was er dem eigenen Anwalt dann auch - zunächst - schuldig bleibt. Prozesskostenhilfe wird es dafür nicht geben.

Schlagworte zum Thema:  Anwaltshonorar

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