Geschäftliche Beileidswünsche erfordern viel Fingerspitzengefühl. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wenn ein Mitarbeiter, ein langjähriger Mandant oder ein Geschäftspartner stirbt, sind Beileidswünsche nicht nur ein Herzenssache, sie gehören auch zum guten Ton. Sie sollten nicht aus einem Satz oder der Unterschrift unter einem Vordruck bestehen, sondern Anteilnahme zeigen und gleichzeitig eine Würdigung des Verstorbenen ausdrücken. Pathetisch muss es deshalb nicht werden. Was ist dabei zu beachten?

Auch berufliche Beileidsbekundungen zu schreiben ist nicht angenehm und nicht einfach, im Geschäftsleben ist es aber oft unverzichtbar. In eine Beileidskarte gehört selbstverständlich nur Positives. Aber es gilt zu beachten:

Geschäftliche Beileidswünsche sollten weder zu pathetisch oder theatralisch klingen. Zu kreativ sollte es auch nicht werden, das überzeugt nicht jeden Empfänger oder kann irritieren.

Beileidskarte geschäftlich: Wer verfasst sie?

Bei einem Mandanten schreibt der Anwalt, der ihn betreut hat, bei Geschäftspartnern oder Mitarbeitern der zuständige Vertreter der Geschäftsleitung oder der zuständige Bereichs- oder Abteilungsleiter.

Beileidswünsche: Was sollte man schreiben? 

Wenn es um einen Mitarbeiter geht, kann man zum Beispiel darauf hinweisen, wie angenehm die Zusammenarbeit gewesen sei, welche Verdienste er um das Unternehmen oder die Kanzlei hatte oder wie beliebt der Verstorbene bei den Kollegen war. Für die Angehörigen hat das durchaus etwas Tröstendes.

Trauerkarte von Kollegen unterschreiben lassen?

Die geschäftliche Beileidskarte sollte nur der Vorgesetzte unterschreiben. Die übrigen übrigen Kollegen sollten sich in dem Fall zurückhalten oder wenn sie mit dem verstorbenen Mitarbeiter befreundet waren, eine private Trauerkarte schreiben. Zu einer Beileidskarte passt es einfach nicht, wenn darauf zehn Unterschriften stehen. Die Führungskraft kondoliert im Namen der anderen mit. Bei eine Traueranzeige sähe es wieder anders aus.

Angemessene Beileidswünsche finden: Beispiel eines Beileidtextes

Sehr geehrte Frau ...

mit Erschütterung haben wir vom unerwarteten Tod Ihres Mannes erfahren. Wir sind tief betroffen vom schmerzlichen Verlust von Herrn ... und bekunden Ihnen und Ihrer Familie unsere aufrichtige Anteilnahme.

Mit seiner natürlichen, hilfsbereiten und liebenswerten Art hat Ihr Ehemann unser Unternehmen sehr bereichert und mit seinem großen Einsatz viel zu unserem Erfolg beigetragen. Er hinterlässt eine große Lücke; wir werden ihn geschäftlich und menschlich sehr vermissen.

Wir sprechen Ihnen unser aufrichtiges Beileid aus und wünschen Ihnen in dieser schweren Zeit die notwendige Kraft.

Mit herzlichen Grüßen

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Name

Beileidswünsche durch Traueranzeige in der Zeitung ausdrücken

Guter Stil ist es auch, wenn der Arbeitgeber eine Traueranzeige in der Zeitung veröffentlicht, um mit dieser Form der Würdigung seine Wertschätzung und Betroffenheit zu zeigen und auch öffentlich sichtbar zu machen. Das gilt selbstverständlich auch für den Tod eines Kanzleipartners.

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Hintergrund: 

Todesfälle im Kanzleialltag passieren und erfordern einen sensiblen Umgang mit den Betroffenen. Als Arbeitgeber sollte man Mitgefühl und Wertschätzung zeigen, insbesondere wenn es sich um Mitarbeiter handelt, aber auch gegenüber Geschäftspartnern oder Mandanten. Dies gilt auch für die Unterstützung der Hinterbliebenen bei Formalien am Ende des Arbeitsverhältnisses oder der Geschäftsbeziehung. 

Weitere Kanzleitipps finden Sie auf der Themenseite "Kanzleimanagement".

Schlagworte zum Thema:  Rechtsanwalt, Kanzlei, Todesfall, Arbeitnehmer, Mandant

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