| Namensrecht

Welchen Einfluss hat die Scheidung auf den Ehenamen?

Bild: Haufe Online Redaktion

Nebenfolge eines Scheidungsverfahrens ist häufig der Wunsch eines Ehepartners, nach unglücklich verlaufener Ehe auch „namentlich“ mit dem anderen nichts mehr zu tun haben zu wollen. Andererseits kann das betreuen der Kinder dazu führen, doch noch an dem Namen festhalten zu wollen oder ihn zusätzlich zu führen. 

In dieser Situation bietet das Gesetz verschiedene Lösungsmöglichkeiten an: 

 

Ehegatten ohne gemeinsamen Ehenamen

Haben sich Eheleute bei der Eheschließung dafür entschieden, keinen gemeinsamen Ehenamen zu führen, ändert sich mit der Scheidung der Ehe an ihren Namen nichts. Beide tragen dann weiterhin verschiedene Familiennamen.

 

Ehegatten mit gemeinsamem Ehenamen

Eheleute können bei der Heirat – oder auch später – gemäß § 1355 Abs. 2 BGB den Geburtsnamen des Mannes oder den Geburtsnamen der Frau zum Ehenamen bestimmen. Haben sie eine solche Entscheidung getroffen und einen Ehenamen gewählt, ergibt sich aus der Ehescheidung kein automatischer Wechsel des Namens. In der Regel führen die Geschiedenen den Ehenamen einfach fort. Das Gesetz gibt jedoch demjenigen, dessen Name nicht als Ehename gewählt worden ist, die Möglichkeit wieder zu einem früheren Namen zurückzukehren (§ 1355 Abs. 5 S. 2 BGB).

Ein geschiedener Ehepartner, dessen Name nicht als Ehename gewählt worden war, hat folgende Möglichkeiten:

  • Er kann durch Erklärung gegenüber dem Standesamt seinen Geburtsnamen wieder annehmen;
  • er kann sich aber auch für einen Doppelnamen entscheiden, indem er zwar den Ehenamen weiterführt, aber seinen Geburtsnamen voranstellt oder anfügt.

     

Namensauswahl

Neben diesen beiden gängigen Varianten bietet das Gesetz einem Ehegatten, der in zweiter (oder weiterer) Ehe verheiratet war, die Möglichkeit, nach deren Scheidung zu dem Namen zurückzukehren, den er bis zur Bestimmung des Ehenamens der zuletzt geschiedenen Ehe geführt hat.

Das alles klingt komplizierter als es tatsächlich ist und bedeutet nichts anderes, als das nach Scheidung der zweiten – oder weiteren – Ehe der geschiedene Ehepartner wahlweise zu seinem Geburtsnamen oder zu dem vor der zweiten Heirat geführten Namen zurückkehren kann. Die geschiedene Ehefrau kann also in einem solchen Fall für die Zukunft nicht nur ihren Geburtsnamen wählen, sondern auch den Namen des Mannes, mit dem sie in erster Ehe verheiratet war und dessen Name als Ehename gewählt worden war.

Schlagworte zum Thema:  Scheidung

Aktuell

Meistgelesen