08.03.2011 | Familien- & Erbrecht

Was passiert rechtlich, wenn ein Kleinkind teure Ketten und Ringe im Klo versenkt?

Es war natürlich ein kleiner Junge, der die teuren Preziosen seiner Tante im Klo versenkte. Ein Mädchen hätte wohl keine Versuche mit Schwerkraft angestellt, sondern Prinzessin mit dem Edelmetall gespielt. Doch wie steht es mit der Haftung der leidgeprüften Mutter/Schwester?

Ein Tag wie jeder andere: Die Schwester kommt zu Besuch, die lieben Kleinen spielen, zu spät fällt auf, dass sie etwas zu lange unsichtbar bleiben. Die Stille war trügerisch und ließ nichts Gutes erahnen. Haben doch die kleinen Racker das Geschmeide der Tante versenkt: Muss Mama haften?

 

Eltern haften beim Kettenversenken nicht für ihre Kinder

Für teuren Schmuck, den ein dreijähriges Kind beim Spielen im Klo versenkt hatte, gibt es keinen Schadenersatz von Mama. Das AG Bonn hat die Klage der Schmuckbesitzerin und Tante des Missetäters auf Ersatz der Verluste abgewiesen.

 

Teures Spielzeug

Diese hatte von der Mutter des Kindes, ihrer Schwester, 4000 Euro gefordert. Nach Ansicht der Richter hat die Mutter ihre Aufsichtpflicht jedoch nicht verletzt. Die eine Schwester hatte an dem Tag die andere besucht. Während die beiden Frauen sich im Wohnzimmer unterhielten, spielten die beiden Söhne - drei und zwei Jahre alt - miteinander. Dabei warf der Ältere Ketten, Ringe und Ohrringe seiner Tante in die Toilette und spülte. Die Kostbarkeiten konnten nicht mehr gerettet werden.

 

Zuhause nicht auf Schritt und Tritt beaufsichtigen

Laut Urteil muss ein dreijähriges Kleinkind, das in vertrauter Umgebung und in einer abgeschlossenen Wohnung spielt, nicht auf Schritt und Tritt beaufsichtigt werden. Außerdem habe die Klägerin das Missgeschick erheblich mitverschuldet: Sie hätte ihre Ketten, Ringe und Ohrringe vor den spielenden Kindern sichern müssen - und nicht lose auf einer Kommode im Schlafzimmer liegen lassen sollen, so das Gericht.

(AG Bonn, Urteil v. 4.3.2011, 104 C 444/10).

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