22.11.2011 | Familien- & Erbrecht

Verträge zwischen Ehegatten: bei unüblicher Vereinbarung stellt sich der Fiskus stur

Schließen Ehegatten Miet-, Darlehens- oder Arbeitsverträge miteinander ab, ist das Finanzamt meist besonders kritisch. Entsprechen die getroffenen Vereinbarungen nicht dem Üblichen, kippt die steuerliche Anerkennung solcher Verträge leicht. Das musste ein Ehepaar feststellen, das eine arg dubiose Mietvereinbarung traf.

Statt Mietzahlung Autonutzung vereinbart

In dem Streitfall vor dem Finanzgericht Münster ging es um einen Ehemann, der sich ein Haus kaufte und drei Räume im Obergeschoss an seine Ehefrau für deren Praxis vermietete. Doch anstatt einer üblichen Mietzahlung vereinbarten die beiden als Miete, dass der Ehemann den Firmenwagen der Ehefrau nutzen darf.

 

Spärliche Vereinbarung

Weder über Art und Umfang, noch über den Fahrzeugtyp und die Haftung bei verursachten Schäden durch den Ehemann wurden Vereinbarungen getroffen.

 

Finanzamt und Finanzgericht folgten nicht

Finanzamt und Finanzgericht stuften das Mietverhältnis deshalb als steuerlich unwirksam ein. Der Ehemann darf danach die Verluste für die vermieteten Räume steuerlich nicht geltend machen. Seine Frau darf keine Mietausgaben in der Gewinnermittlung für ihre Praxis verbuchen.

(FG Münster, Urteil v. 25.11.2010, 3 K 2414/07 E).

 

Praxishinweis: Auf der steuerlich sicheren Seite stehen Ehegatten bei Mietverhältnissen untereinander, wenn sie einen Standard-Mietvertrag abschließen und sich bei der Höhe der Miete an Vergleichsmieten aus Zeitungsanzeigen für Immobilien mit vergleichbarer Ausstattung in vergleichbarer Lage halten.

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