06.05.2011 | Familien- & Erbrecht

Unterhaltszahlung: Absetzbarkeit trotz Grundeigentum des Unterhaltsberechtigten?

Unterhaltszahlungen an unterhaltsberechtigte Personen sind in Höhe von 8.004 Euro als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Nur wenn der Unterstützte eigene Einkünfte und Bezüge oder Vermögen hat, mindert sich dieser Abzugsbetrag oder fällt ganz weg. Doch gilt als eigenes Vermögen auch ein angemessenes Hausgrundstück?

Unterhaltsberechtigt, aber reich?

Hat die unterhaltsberechtigte Person eigenes Vermögen von mehr als 15.500 Euro, dürfen keine Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden (H 33a.1 der amtlichen Einkommensteuerhinweise). Lebt die unterstützte Person in einem Eigenheim, ist die 15.500-Euro-Grenze meist überschritten. Der Bundesfinanzhof bezog den Verkehrswert eines solchen Eigenheims in die Ermittlung des Vermögens ein (BFH, Urteil v. 30.6.2010, Az. VI R 35/09).

 

Oberfinanzdirektion Münster in Spendierlaune

Nach Abstimmung der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder soll dieses für Steuerzahler negative Urteil jedoch nicht angewandt werden. Die Oberfinanzdirektion Münster weist vielmehr daraufhin, dass der Wert eines angemessenen Wohngrundstücks nicht zum Vermögen gerechnet wird. Insofern bleiben die Regelungen in R 33a Abs. 2 Satz 4 Nr. 2 Einkommensteuerrichtlinien 2008 gültig.

(OFD Münster, Kurzinfo ESt 10/2011 v. 20.4.2011).

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