15.07.2010 | Familien- & Erbrecht

Kindergeld: Qualifizierungsmaßnahmen nach Abschluss des Studiums

Beendet ein Kind sein Studium, ist für die Familienkasse die Sache meist klar. Im darauf folgenden Monat wird die Kindergeldzahlung eingestellt. Doch was passiert, wenn das Kind keinen Arbeitsplatz findet und sich deshalb weiterbildet?

Mit dieser Frage mussten sich die Richter des Bundesfinanzhofs auseinandersetzen und kamen zu einer erfreulichen Entscheidung für Eltern.

 

Der Fall:

In dem zu entscheidenden Fall schloss ein Sohn sein Maschinenbaustudium mit der Diplom-Prüfung im April ab. Daraufhin forderte die Familienkasse von den Eltern das bereits ausbezahlte Kindergeld für die Monate Mai bis Dezember zurück.

Dabei blieb der Sohn in den Monaten Mai bis Dezember als Student eingeschrieben und absolvierte eine Zusatzausbildung. Diese war notwendig, um einen Anstellungsvertrag zu erhalten.

Da es nach der Zusatzausbildung tatsächlich mit einer Anstellung klappte, qualifizierte der Bundesfinanzhof die Zeit dieser Zusatzausbildung als Ausbildung und sprach den Eltern auch für die Monate Mai bis Dezember Kindergeld zu.

 

Praxistipp:

Damit der Kindergeldbezug in vergleichbaren Fällen gerettet werden kann, sind folgende Nachweise zu erbringen:

  • Vorlage von Ablehnungsschreiben aufgrund von Bewerbungen
  • Begründung, dass die Weiterqualifizierung Grundlage für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet  und damit notwendig ist.
  • Vorlage des Arbeitsvertrags, der aufgrund der Weiterqualifizierung abgeschlossen werden konnte.

(BFH, Urteil v. 24.2.2010, III R 80/08).

 

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