22.06.2010 | Familien- & Erbrecht

Kindergeld für volljährige Kinder: ausbildungsbedingte Mehraufwendungen clever gestalten

Eltern volljähriger Kinder erhalten grds. nur Kindergeld, solange sich diese in Ausbildung befinden, nicht älter als 25 sind und ihre Einkünfte und Bezüge nicht mehr als 8.004 Euro jährlich betragen. Hier kann die Höhe der ausbildungsbedingten Mehraufwendungen ausschlaggebend sein - Umsicht ist daher gefragt.

Kind zu fleißig

In einem Streitfall vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz jobbte das Kind neben dem Studium. Die Eltern zogen von diesen Einnahmen die ausbildungsbedingten Mehraufwendungen ab, um unter die Höchstgrenze von 7.680 Euro (seit 2010: 8.004 Euro) zu rutschen.

 

Was gilt als ausbildungsbedingte Mehraufwendungen?

Als ausbildungsbedingte Mehraufwendungen zogen die Eltern die auf der Lohnsteuerkarte ihres Kindes bescheinigten Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, Fahrtkosten zur Uni, Ausgaben für Fachliteratur und die Kosten für eine Notebook ab. Bis auf die Kosten für das Notebook, akzeptierte das Finanzamt die Abzugsbeträge.

 

Abschreibung Notebook: Nicht zu teuer kaufen

Da das Notebook 600 Euro kostete, dürfen in den nächsten drei Jahren jedes Jahr nur ein Drittel der Kosten, also nur 200 Euro pro Jahr, abgezogen werden. Wegen dieser Regelung überschritten die Einkünfte des Kindes den Höchstbetrag von 7.680 Euro und die Eltern mussten das bereits erhaltene Kindergeld zurück zahlen.

(FG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 29.4.2009, 1 K 1843/08).

Praxishinweis: Damit Ausgaben für das Studium stets in voller Höhe abziehbar sind, sollten die Nettoanschaffungskosten - also der Kaufpreis ohne Umsatzsteuer - nicht mehr als 410 Euro betragen.

In diesem Fall muss nämlich nicht auf mehrere Jahre abgeschrieben werden. Der Kaufpreis ist in diesem Fall voll im Jahr der Zahlung abziehbar.

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