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Heißt Du etwa Rumpelstilzchen? Wie ein Kind (nicht) genannt werden darf

Die Wahl des Vornamens oder der Vornamen eines Kindes gehört zu den vornehmsten Elternpflichten. Doch aus naheliegenden Gründen sollten sie dabei nicht zu sehr über die Stränge schlagen ("A boy named Sue"). Tun sie es doch, bekommen sie es mit dem Standesbeamten zu tun, der in diesem Punkt über das Kindeswohl wacht.

Welchen Namen geb' ich meinem Kinde?

Eltern haben das Recht, den Vornamen ihres Kindes zu bestimmen. Dieses Recht folgt aus ihrer elterlichen Sorge (§ 1626 BGB). Da dies Recht von zu phantasievollen Eltern jedoch zum Teil unüberlegt genutzt wird, haben sich bei den Gerichten Grundsätze entwickelt, die dies elterliche Recht einschränken.

 

Geschlechtsoffenkundigkeit

Zunächst muss der Name das Geschlecht des Kindes eindeutig erkennen lassen. Jungen ist also ein männlicher und Mädchen ein weiblicher Vorname zu geben. Wünschen die Eltern einen Vornamen, der nach deutschem Sprachverständnis keinem Geschlecht eindeutig zuzuordnen ist, ist zusätzlich ein zweiter geschlechtsspezifischer Namen zu vergeben.

Beispielsweise ist "Prestige" laut OLG Schleswig nicht eindeutig als Mädchenname zu erkennen; Mit einem zweiten, eindeutigen Mädchennamen aber zulässig. Während "Dany" als Mädchenname und "Alpha" als Jungenname laut gerichtlicher Entscheidungen zulässig sein sollen, wurde "Aora" für ein Mädchen vom Amtsgericht Karlsruhe nicht zugelassen.

 

Gefährdung des Kindeswohls

Unzulässig sind weiterhin Namen, die anstößig sind oder das Kindeswohl gefährden. So wurden etwa von unterschiedlichen Gerichten die Vornamen "Moewe", "Woodstock", "Borussia" und "Verleihnix" untersagt. Aus einem ähnlichen Grund ist es laut dem OLG Düsseldorf nicht zulässig, einem Kind 12 Vornamen zu geben. Nun hat das betroffene Kind 5 Vornahmen und heißt "Chenekwahow Tecumseh Migiskau Kioma Ernesto".

 

Umbenennung

Wurde für ein Kind beim Standesamt ein Vorname angemeldet, ist das spätere Hinzufügen eines weiteren Vornamens nur im Rahmen einer behördlichen Namensänderung zulässig. Hierfür müssen jedoch wichtige Gründe vorliegen. Diese wurden in dem folgenden Fall vom Bayrischen Verwaltungsgerichtshof abgelehnt: Veronika war 5 Jahre alt, als ihre Großmutter Ingeborg starb. Die Eltern wollten zum Angedenken an die Großmutter Veronika nunmehr in Veronika-Ingeborg umbenennen. Dieses Ansinnen wurde jedoch mangels wichtigen Grundes gerichtlich abgelehnt.

 

Vor übertriebener Kreativität der Eltern schützen

Wenn auch der Ansatz richtig sein mag, Kinder vor einer übertriebenen Kreativität der Eltern zu schützen, zeigen die vorgenannten Beispiele, dass es oftmals vom persönlichen Geschmack des Richters abhängen dürfte, ob außergewöhnliche Namenswünsche auf gerichtliche Gegenliebe stoßen oder nicht.

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