21.11.2011 | Familien- & Erbrecht

Erbschaftsteuer: Musterprozess für Neffen und Nichten

Wer im Jahr 2009 von Onkel oder Tante Vermögen geerbt hat oder geschenkt bekam, wurde in Sachen Erbschaft- und Schenkungsteuer so behandelt worden, als wäre er mit dem Erblasser oder Schenkenden nicht verwandt. Der Bundesfinanzhof muss nun entscheiden, ob das zulässig war.

Onkel und Tante, das sind Verwandte ...

In Erbschaft- und Schenkungsteuerfällen erhielten Neffen und Nichten im Jahr 2009 einen Freibetrag von 20.000 Euro. Das verbleibende Vermögen wurde mit einem Steuersatz von 30% besteuert. Genauso wurden auch Nichtverwandte besteuert.

 

Neffe setzt sich - unterstützt vom Bund der Steuerzahler - zu Wehr

Blut ist auch steuerlich dicker als Wasser meinte der Kläger. Er hat sich – unterstützt durch den Bund der Steuerzahler – dagegen gewehrt. Die Chance auf einen Erfolg – sprich auf einen höheren Freibetrag und niedrigere Steuersätze – stehen gut.

Praxishinweis: Betroffene Neffen und Nichten sollten bei Erhalt eines Erbschaft- bzw. Schenkungsteuerbescheids für eine Erbschaft oder eine Schenkung in 2009 auf jeden Fall vorsorglich Einspruch einlegen und einen Antrag aus Ruhen des Verfahrens stellen.

(BFH, Musterprozess mit Az. II R 9/11)

 

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