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Ehescheidung: Welches Finanzamt ist zuständig?

Trennen sich Ehegatten, ist die günstige Zusammenveranlagung in der Folgezeit nicht ausgeschlossen. Doch ziehen ein oder beide Partner in neue Finanzamtsbezirke, stellt sich die Frage, welches Finanzamt örtlich zuständig ist?

Die Antwort auf diese Frage gab die Oberfinanzdirektion Niedersachsen. Je nach Situation sind folgende Zuständigkeiten denkbar:

  • Ein Partner zieht um: Zieht ein Partner nach der Trennung in einen anderen Finanzamtsbezirk um, ist das Finanzamt für die Zusammenveranlagung zuständig, dass bisher auch schon zuständig war. Ausnahme: Die örtliche Zuständigkeit soll nur wechseln, wenn der wegziehende Partner fast das gesamte Einkommen bezieht und der andere nichts oder kaum etwas verdient.
  • Beide Partner ziehen um: Ziehen beide Partner in verschiedene Finanzamtsbezirke um, ist das Finanzamt des Partners zuständig, bei dem das Schwergewicht der Besteuerungsgrundlagen (Summe der Einnahmen abzgl. Werbungskosten) liegt.

(OFD, Verfügung v. 19.1.2010, Az. S 0122 - St 142)

 

Praxishinweis: Trotz Trennung kommt die für Ehegatten günstige Zusammenveranlagung für das Trennungsjahr noch in Frage, wenn sich ein Ehepaar erst im Laufe des Jahres trennt, also nach dem 1.1. des Jahres. Eine Zusammenveranlagung kann auch gewählt werden, wenn ein Paar bereits am 1.1. des Jahres getrennt lebte aber einen mindestens einmonatigen Versöhnungsversuch startete. Die Zusammenveranlagung ist in diesem Fall selbst dann zu gewähren, wenn der Versöhnungsversuch letztendlich scheiterte.

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