22.07.2015 | Top-Thema Digitaler Nachlass: Richtiger Umgang mit Mail und Netz-Inhalten eines Verstorbenen

Besonderheiten bei einigen Online-Diensten

Kapitel
Was tun? Gedenkstatus setzen, Konto archivieren oder sogar löschen?
Bild: MEV-Verlag, Germany

Bei einigen sozialen Netzwerken gibt es auch Besonderheiten beim Umgang mit digitalen Hinterlassenschaften.

Bei einigen Diensten kann der Nutzer eine oder auch mehrere Personen benennen, die automatisch benachrichtigt werden, wenn sein Google-Konto über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird.

Vertretungsvollmachten für das Netz

Erst nach einem zusätzlichen erfolglosen Kontaktversuch mit dem Konto-Inhaber, etwa per  E-Mail oder SMS, werden diese Personen kontaktiert und erhalten im Todesfall einen Zugriff auf die Google-Konten.

  • Facebook bietet bislang zwei unterschiedliche Optionen an. Zum einen können die Angehörigen die Profilseite in einen Gedenkstatus versetzen. Hierbei bleibt die Seite im aktuellen Zustand erhalten, es können keine weiteren Nachrichten mehr veröffentlicht werden, lediglich Freunde oder Bekannte können auf der Pinnwand beispielsweise noch kondolieren. Daneben ist aber auch das Löschen des Kontos möglich, bei dem auch die Profilseite nicht mehr zugänglich ist. Bisher verlangt Facebook für den Gedenkmodus den Nachweis des Todesfalls durch eine Sterbeurkunde, für das Löschen sind die Voraussetzungen nochmals etwas strikter, denn dies kann nur ein Familienangehöriger beantragen. In den USA hat Facebook Anfang 2015 jedoch eine ähnliche Funktion wie Google eingeführt, bei der die Nutzer eine Vertrauensperson benennen können, die eingeschränkte Zugriffsrechte auf das Konto bekommt und im Todesfall etwa das Profilbild austauschen oder Fotos vom Konto herunterladen darf. Ob und wann diese Option auch in Deutschland eingeführt wird, ist noch derzeit nicht bekannt.
  • Bei Twitter können die Hinterbliebenen über das herkömmliche Kontaktformular mit dem Unternehmen in Verbindung treten. Auch hier gibt es die Option, das Konto zu löschen oder zu archivieren.
  • Das soziale Netzwerk Xing versucht zunächst durch eine Anfrage zu klären, ob der Account-Inhaber tatsächlich verstorben ist und schaltet das Profil daher erst einmal unsichtbar. Erst, wenn nach drei Monaten noch keine Reaktion gekommen ist, wird das Konto gelöscht.

Schlagworte zum Thema:  Google, Twitter, Facebook, Xing, Nachlass, Erbrecht

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