Namensänderung von Doppelname zu Nachname der Mutter? Bild: PhotoDisc Inc.

Das Namensband zwischen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil kann nur unter erschwerten Voraussetzungen, unter anderem bei drohenden schwerwiegenden Nachteilen für das Kind, gegen dessen Willen durchtrennt werden.

In dem vom VG Koblenz zu entscheidenden Fall waren die von der Mutter vorgetragenen Gründe, wie schulische Probleme des Kindes, hierfür nicht ausreichend.

Änderung von Doppelname zu Nachname der Mutter beantragt

Die Mutter der gemeinsamen, zwischenzeitlich elfjährigen Tochter und der aus Kuba stammende Vater trennten sich einige Monate nach deren Geburt. Im Jahr 2014 beantragte sodann die Mutter die Änderung des Familiennamens des Kindes. Statt des Doppelnamens, welcher aus den beiden Nachnamen der Eltern bestand, sollte die Tochter zukünftig nur den Nachnamen der Mutter behalten. Dies sei auch der ausdrückliche Wunsch der Tochter, welche den Kontakt zu ihrem Vater komplett ablehne, argumentierte die Mutter. Aufgrund des Doppelnamens fühle sie sich aus dem Familienverband ausgeschlossen, da die Geschwister und die Mutter nur den mütterlichen Nachnamen führen. Zudem würde sie in der Schule von ihren Mitschülern ständig gefragt, warum sie zwei Nachnamen habe und deshalb gehänselt.

Leiblicher Vater klagte gegen Namensänderung der Tochter

Die zuständige Verbandsgemeinde Rhein-Mosel lehnte zunächst den Antrag auf Namensänderung ab, da kein wichtiger Grund festgestellt werden könne, der die gewünschte Namensänderung rechtfertige. Im anschließenden Widerspruchsverfahren legte die Mutter eine Bescheinigung einer Fachärztin vor, welche aus kinderärztlicher und psychotherapeutischer Sicht eine Namensänderung befürwortete. Die Verbandsgemeinde half dem Widerspruch schließlich ab und unterrichtete den Vater mit entsprechendem Bescheid über die Abhilfe. Im Juli 2016 erhob der Vater Klage gegen den Abhilfebescheid, welche vor dem Verwaltungsgericht Koblenz Erfolg hatte.

VG Koblenz: Keine Namensänderung - Kindeswohl nicht gefährdet

Nach den gesetzlichen Vorschriften (§ 3 Abs.1 NÄG) darf ein Nachname durch die zuständige Verwaltungsbehörde nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt. Darüber hinaus wäre, wie vorliegend, bei fehlender Einwilligung des namensgebenden, nicht sorgeberechtigten Elternteil nur ein wichtiger Grund anzunehmen, wenn die Änderung zum Wohle des Kindes erforderlich wäre. Eine Namensänderung wäre insbesondere dann nicht gerechtfertigt, wenn dies nur dazu dienen soll, gewisse Unannehmlichkeiten zu ersparen. Kinder könnten nicht völlig konfliktfrei ins Leben treten und müssten, in gewissem Umfang auch mit den Problemen einer Trennung oder Scheidung und einer eventuell damit einhergehenden Namensverschiedenheit leben lernen, so das Gericht. Nach Überzeugung der Richter sei vorliegend für die Persönlichkeitsentwicklung die Beibehaltung des Namensbandes zwischen der Tochter und dem leiblichen Vater förderlicher als dessen Durchtrennung. Darüber hinaus seien die von der Mutter vorgetragenen Hänseleien durch die Mitschüler von den Lehrern nicht bestätigt worden. Zudem gebe es nach Auffassung des Gerichts auch keine Ausgrenzung der Tochter innerhalb des Familienverbandes. Die Tochter habe ein gutes und enges Verhältnis zu dem Lebensgefährten der Mutter und ihren Geschwistern.

(VG Koblenz, Urteil v. 26.07.2017, 759/16.KO)

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Schlagworte zum Thema:  Familie, Kindeswohl, Trennung

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