Zensus 2021 – durchaus früh... / 1 Grundsätze

Der Zensus 2021, zu dessen Durchführung Deutschland aufgrund der EU-Verordnungen 763/2008 und 712/2017 verpflichtet ist, soll wieder Basisdaten zur Bevölkerung, zur Erwerbssituation und zur Wohnsituation zur Verfügung stellen. Nach Auffassung des Gesetzgebers hat sich das Grundmodell des Zensus 2011 bewährt und wird auch 2021 wieder zum Einsatz kommen. Basis werden somit Daten aus den Melderegistern und weiteren Verwaltungsregistern sein, die mit ergänzenden Erhebungen wie insbesondere einer Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert werden. Wie bereits beim Zensus 2011 wird also eine registergestützte Methode zur Anwendung kommen, bei der vorwiegend Verwaltungsdaten genutzt werden sollen, die durch Daten aus primärstatistischen Erhebungen ergänzt werden.

Zur Vorbereitung wird ein Anschriftenbestand von Gebäuden mit Wohnraum aufgebaut, sowie die Auskunftspflichtigen für die Gebäude- und Wohnungszählung sowie für Sonderbereiche auf der Basis von Verwaltungsdaten ermittelt. In 2021 erfolgt die eigentliche Erhebungsphase mit einer Befragung von Haushalten per Interviewer sowie einer schriftlichen Erhebung bei Gebäude- und Wohnungseigentümern.

Am 10. März 2017 ist insoweit das "Gesetz zur Vorbereitung eines registergestützten Zensus einschließlich einer Gebäude- und Wohnungszählung 2021" in Kraft getreten. Damit wurden die rechtlichen Voraussetzungen für die notwendigen Vorbereitungsarbeiten des registergestützten Zensus 2021 geschaffen. Das Gesetz regelt insbesondere die zum Aufbau und zur Pflege des Steuerungsregisters erforderlichen Datenquellen und deren Übermittlungen an die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder u. a. durch die

  • Meldebehörden,
  • Finanzverwaltung,
  • Grundsteuerstellen.

Das Zensusvorbereitungsgesetz wurde mit Blick auf die seitens der Meldebehörden zu übermittelnden Daten zwischenzeitlich geändert. Der Bundestag hatte insoweit am 18. Oktober 2018 den Gesetzentwurf der Bundesregierung "zur Änderung des Zensusvorbereitungsgesetzes 2021" (19/3828) in der vom Ausschuss für Inneres und Heimat geänderten Fassung (19/5113) angenommen. Im Rahmen der Stichprobenerhebung sind im Hinblick auf die Gebäude- und Wohnungszählung die Eigentümer und Verwalter von Wohnraum auskunftspflichtig. Die Merkmale, die zum Zensusstichtag im Jahr 2021 erhoben werden sollen, sowie die weiteren Vorgaben für den Zensus 2021 werden in einem Zensusdurchführungsgesetz geregelt werden, das sich – soweit ersichtlich – noch nicht im Gesetzgebungsverfahren befindet.

Beim Zensus 2011 nutzte im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung bereits ein Drittel der Befragten das Online-Verfahren. Bei der Haushaltestichprobe wählte ebenfalls ein Drittel den Online-Meldeweg. Insoweit gilt im Rahmen des Zensus 2021 die Devise "Online First", womit die elektronische Datenübermittlung im Vordergrund stehen wird. Selbstverständlich werden auch klassische Papierfragebogen zur Verfügung gestellt.

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