XI Rechnungslegung / 3.5.6.2 Bilanzierung satzungsmäßiger Leistungen
 

Rz. 1258

Satzungsmäßige Leistungen sind solche Mittelabflüsse, die die Stiftung aufgrund ihrer Satzung zu erfüllen hat. Die Bilanzierung der Verpflichtungen gegenüber Destinatären (Genussberechtigten) erfolgt unabhängig davon, ob diese einen klagbaren Anspruch auf diese Leistungen der Stiftungen haben oder nicht. Die Passivierung dieser Außenverpflichtung richtet sich nach allgemeinen bilanziellen Grundsätzen. Eine im Grunde und der Höhe nach bestimmte und verpflichtende Zusage an den Leistungsempfänger ist demnach als Verbindlichkeit zu erfassen. Sind Außenverpflichtungen am Abschlussstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe und des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt, so sind diese Verpflichtungen als Rückstellungen auszuweisen (vgl. § 249 HGB).

 

Rz. 1259

Aufschiebend bedingte Verpflichtungen sind erst nach Eintritt der Bedingung zu passivieren.

 

Praxis-Beispiel

Bei einer Leistungszusage unter dem Vorbehalt des Vorhandenseins ausreichender Stiftungsmittel ist diese Verpflichtung erst nach Zugang bzw. Erwirtschaftung der Stiftungsmittel zu bilanzieren. Eine Anhangsangabe wird empfohlen.

 

Rz. 1260

Bei Dauerschuldverhältnissen bestimmt sich die Passivierungspflicht nach dem Realisationsprinzip. Demnach liegt eine wirtschaftliche Belastung vor, wenn künftige Vermögensabgänge (insbesondere Ausgaben) zu leisten sind, die nicht künftigen Erträgen zugerechnet werden können.

 

Praxis-Beispiel

Eine Stiftung hat sich zur Finanzierung einer Stiftungsprofessur verpflichtet. Kommt die Stiftung der Verpflichtung aus laufenden Erträgen nach, so ist grundsätzlich keine Rückstellung oder Verbindlichkeit zu passivieren. Hat sich die Stiftung hingegen verpflichtet, das Dauerschuldverhältnis aus einem bestimmten Vermögen (Sonderfonds) zu erfüllen, so muss diese Vermögensbindung durch entsprechende Passivierung zum Ausdruck gebracht werden.

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