Wann ein Treppensturz selbstverschuldet ist

Eine Kundin irrte sich auf dem Rückweg von der Kundentoilette eines Schönheitssalons in der Tür, die nur über den Hausflur zugänglich war, und stürzte eine Kellertreppe hinab. Bei dem Sturz verletzte sie sich erheblich.

Die Geschädigte warf der Inhaberin des Salons vor, diese habe ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, weil sie die Türen nicht eindeutig gekennzeichnet bzw. den Zugang zum Keller nicht abgeschlossen hatte. Außerdem habe die erste Stufe der steilen Treppe gefehlt.

Das Landgericht Magdeburg wies die Schadensersatz- und Schmerzensgeldklage der Frau als unbegründet zurück. Die Klägerin hatte das Kosmetikstudio am Tag ihres Unfalls erstmals besucht. Dazu meinten die Richter, dass derjenige, der sich in einer fremden Umgebung aufhält, zur Vermeidung einer Selbstgefährdung zu besonderer Vorsicht verpflichtet sei. Daran habe es hier offensichtlich gefehlt.

Entscheidend kam hinzu, dass die Geschädigte auf dem Hinweg zur Toilette vom Personal des Studios begleitet worden war. Obwohl die Mitarbeiterinnen ihr auch den Rückweg erklärt hatten, hatte sie die falsche Tür geöffnet, bevor sie, ohne zuvor das Licht einzuschalten, die Türschwelle überschritt.

Angesichts dieses Verhaltens erblickten die Richter keine Anhaltspunkte für eine Haftung der Saloninhaberin.

(LG Magdeburg, Urteil v. 30.12.2010, 10 O 1672/10)

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Deutsches Anwalt Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Deutsches Anwalt Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge