Vorsicht Dachlawine

Der Fahrer eines Autos parkte im Winter ordnungsgemäß vor einem Haus. Am Schadenstag löste sich von dem Dach in ca. 10-12 Meter Höhe eine größere Menge Schnee und Eis und fiel auf das Dach des geparkten Fahrzeugs. Der Aufprall verursachte am Dach des Fahrzeugs große Beulen. Die Reparaturkosten beliefen sich auf über 3.000 EUR zuzüglich einer Wertminderung in Höhe von 300 EUR und Gutachterkosten in Höhe von 408 EUR. Es kamen Mietwagenkosten in Höhe von rund 700 EUR hinzu. Der geschädigte Kläger war der Ansicht, die Hauseigentümerin habe ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, da sie nicht dafür gesorgt habe, dass Schnee und Eis nicht von dem Dach des Gebäudes bis auf darunter stehende Fahrzeuge hätten fallen können. Das Amtsgericht Kiel hat die Klage mit folgenden Grundsätzen abgewiesen:

Der Hauseigentümer sei grundsätzlich nicht verpflichtet, Dritte durch spezielle Maßnahmen vor Dachlawinen zu schützen, wenn diese nicht polizeilich vorgeschrieben seien.

Eine Rechtspflicht zum Schutz Dritter gegen Dachlawinen bestehe erst dann, wenn dies durch besondere Umstände, wie z. B. allgemeine Schneelage des Orts, Beschaffenheit und Lage des Gebäudes, konkrete Schneeverhältnisse sowie Art und Umfang des gefährdeten Verkehrs geboten sei.

Auf die allgemeine Gefahr von Dachlawinen müsse auch nicht besonders durch Warnschilder hingewiesen werden. Eine solche Pflicht zur Warnung bestehe erst dann, wenn der Verkehrssicherungspflichtige Anhaltspunkt für eine konkrete Gefahrenlage habe.

(AG Kiel, Urteil v. 2.5.2011, 116 C 453/10)

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