Verwalterhaftung / 1.3 Haftung aus unerlaubter Handlung (§§ 823 ff. BGB)

Neben der vertraglichen Haftung kommt auch eine deliktische Haftung des Verwalters in Betracht. Diese konkurriert in der Regel mit der vertraglichen Haftung.

Der klassische Fall der deliktischen Haftung ist die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Im Hinblick auf eine Verwalterhaftung wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht ist umstritten, ob die Übertragung der Verkehrssicherungspflicht auf den Verwalter auf einer klaren und eindeutigen Vereinbarung beruhen muss oder diese bereits mit dem Bestellungsakt auf ihn übergeht. Gibt der Verwaltervertrag im Wesentlichen nur die Pflichten aus dem Gesetz wieder, soll dies jedenfalls gegen die Annahme einer entsprechenden Haftung zumindest Dritten gegenüber sprechen.

 

Hinweis

Schmerzensgeldansprüche

Unabhängig davon, ob der Verwalter aus Delikt oder wegen einer Verletzung des Verwaltervertrags haftet, neben etwaigen Schadensersatzansprüchen können Verletzte auch einen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Verwalter haben. Im Fall einer Körper- oder Gesundheitsverletzung ist demnach auch für den immateriellen Schaden eine Entschädigung in Form eines Schmerzensgeldes zu leisten, was nach der Neufassung des § 253 Abs. 2 BGB für alle Haftungstatbestände gilt. Haftet der Verwalter aus Delikt, kann zusätzlich eine Haftung nach § 844 BGB (Ersatzansprüche Dritter bei Tötung) oder § 845 BGB (Ersatzanspruch wegen entgangener Dienste) infrage kommen.

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