Versicherungsschäden: Abwic... / 2 Was versteht man unter Abwicklung eines Versicherungsschadens?

Der Begriff "Abwicklung" ist gesetzlich nicht bestimmt. Zumeist wird hierunter die Wahrnehmung der dem Versicherungsnehmer obliegenden Erfordernisse für die Regulierung eines Schadens verstanden. Darüber hinaus werden teilweise in Rechtsprechung und Literatur unter dem Begriff "Abwicklung" auch die nicht zum Geschäftsverkehr mit dem Versicherer gehörenden Schadensbeseitigungsmaßnahmen erörtert – wie etwa die Beauftragung von Handwerkern mit der Wiederherstellung des Ursprungszustands.

 

Praxis-Beispiel

Zur Abwicklung gehört in jedem Fall:

  • Schadensfeststellung,
  • sofortige Schadensmeldung an den Versicherer,
  • bei Abhandenkommen versicherter Sachen zusätzlich die sofortige Anzeige bei der Polizei,
  • bei Umweltschäden Alarmierung der zuständigen Behörde,
  • Angabe aller regulierungsrelevanten Tatsachen auf dem zumeist versichererseits vorgegebenen Schadensformular,
  • Hilfestellung bei der Schadensfeststellung durch den Versicherer sowie die Einleitung dringlicher Sofortmaßnahmen zur Schadensminderung,
  • Abrechnung mit dem Versicherer durch Vorlage von Schadensnachweisen (z. B. Kostenvoranschläge, Schadensgutachten, Reparaturkostenrechnung),
  • bei unklarem Regulierungsanspruch auch das Aushandeln einer Regulierungs-/Abfindungsvereinbarung.
 

Praxis-Beispiel

Unter Abwicklung wird teilweise auch verstanden:

  • die Erteilung von Reparaturaufträgen,
  • erforderliche Hilfestellung bei Reparaturarbeiten,
  • Überwachung der Reparaturarbeiten,
  • Abrechnung mit dem Handwerker.

Schon bei oberflächlicher Betrachtung der zur Abwicklung gehörenden Maßnahmen wird deutlich, dass je nach Schadensausmaß und Schadensort die einzelnen Abwicklungsabläufe von unterschiedlicher wohnungseigentumsrechtlicher Bedeutung sind.

 

Achtung

Wertungswidersprüche zum WEG

Eine einheitliche Bewertung aller zur Abwicklung gehörenden Maßnahmen allein unter der Berücksichtigung angeblicher versicherungsrechtlicher Erfordernisse (so Jansen/Köhler, a. a. O.) oder vermeintlich praktischer Erwägungen (so wohl Sauren, a. a. O.) führt daher zwangsläufig zu Wertungswidersprüchen mit geltendem WEG-Recht.

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