V Vorstand und Aufsichtsrat / 1.10.6.3 Rechtsfolgen des Verstoßes gegen das Verbot, als Vorstandsmitglied, Geschäftsführer oder persönlich haftender Gesellschafter einer anderen Handelsgesellschaft tätig zu werden
 

Rz. 871

Wird ein Vorstandmitglied entgegen § 88 Abs. 1 Satz 2 AktG als Vorstandsmitglied, Geschäftsführer oder persönlich haftender Gesellschafter einer anderen Handelsgesellschaft tätig, stehen der Gesellschaft

  • Schadensersatzansprüche zu, soweit der Gesellschaft durch die verbotswidrige Tätigkeit des Vorstandsmitglieds ein Schaden entstanden ist;
  • Unterlassungsansprüche zu, die ggf. auch im Wege der einstweiligen Verfügung geltend gemacht werden können;
  • das Recht zur Abberufung des Vorstandsmitglieds aus wichtigem Grund und zur fristlosen Kündigung des Dienstvertrags zu, soweit der Gesellschaft aufgrund der verbotswidrigen Tätigkeit des Vorstandsmitglieds eine weitere Zusammenarbeit mit diesem nicht mehr zumutbar ist.
 

Rz. 872

Ein "Eintrittsrecht" steht der Gesellschaft dagegen in diesen Fällen nicht zu, da § 88 Abs. 2 Satz 2 AktG ein Eintrittsrecht nur für die vom Vorstandsmitglied "gemachten Geschäfte" vorsieht, nicht jedoch für eine Tätigkeit als Vorstand, Geschäftsführer oder persönlich haftender Gesellschafter eines anderen Handelsgeschäfts. Auch ein Anspruch auf Herausgabe des Gewinns oder der Vergütung, den das Vorstandsmitglied als Vorstandsmitglied, Geschäftsführer oder persönlich haftender Gesellschafter einer anderen Handelsgesellschaft erzielt, kommt angesichts des eindeutigen Wortlauts des § 88 Abs. 2 Satz 2 AktG nicht in Betracht.

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