Verlust eines Schneidezahns

Im Schwimmbad ging es lustig zu. Als jedoch mehrere Freibadbesucher eine Schwimmkrake anhoben und infolge dessen die sich auf der Krake befindlichen Gäste in das Wasser purzelten, kam es zu einem Zwischenfall. Jemand fiel auf einen 17-jährigen Jungen. Dieser verlor dadurch seinen mittleren Schneidezahn im linken Oberkiefer. Dies missfiel ihm. Er klagte daraufhin gegen den Schwimmbadbetreiber u. a. auf Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von mindestens 1.500 EUR.

Gefahren­quelle: Spielgerät

Das Gericht sprach ihm 1.000 EUR zu. Es sah eine Sorgfaltspflichtverletzung des Schwimmbadbetreibers. Dieser habe seine Pflicht, die Gesundheit und die körperliche Unversehrtheit seiner Badegäste zu schützen, verletzt. Diese Verkehrssicherungspflicht erstrecke sich auch auf ein absehbares Fehlverhalten Dritter.

Verletzung der Verkehrssicherungspflicht

Er hätte beachten müssen, dass das weitgehend unbeaufsichtigte Spielgerät das naheliegende Risiko barg, dass sich auf dem Spielgerät tobende Kinder und neben dem Spielgerät im Wasser stehende oder schwimmende Badegäste erheblich verletzen könnten. Er habe eine Gefahrenquelle geschaffen und diese nahezu unbeaufsichtigt gelassen. Allerdings treffe den 17-jährigen Kläger gem. § 254 BGB ein Mitverschulden: Er habe sich in die Nähe des Spielgeräts begeben, obwohl es für ihn erkennbar war, dass dieses eine Gefahrenquelle darstellte. Jeder Heranwachsende müsse wissen, dass es in Freibädern im Bereich der Spielgeräte oftmals zu regelwidrigen Stürzen und Sprüngen kommen kann.

Haftung bei Spielgeräten

Das Urteil ist insofern interessant, als die Grundsätze natürlich nicht nur für Schwimmbäder gelten, sondern auch generell für die Haftung bei aufgestellten Spielgeräten.

(AG Bremen, Urteil v. 23.10.2014, 9 C 5/14)

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