Umwandlung von Mietwohnunge... / 2.4.1 Überblick
 

Rz. 790

Um den Mieter von Wohnräumen – ausgenommen ist Wohnraum i. S. d. § 549 Abs. 2 und Abs. 3 BGB – vorübergehend vor einer Verdrängung durch die Umwandlung eines Mietshauses in Wohnungseigentum und die anschließende Veräußerung zu schützen, kann sich ein Erwerber nach § 577a BGB auf "berechtigte Interessen i. S. d. § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB (Eigenbedarf) oder § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB (Nachteile durch Fortsetzung des Mietverhältnisses)" erst nach Ablauf von 3 Jahren berechnet von der Veräußerung (= Umschreibung im Grundbuch) an berufen. Andere Interessen sind durch § 577a BGB hingegen nicht geschützt. § 577a BGB ist weder direkt noch analog auf ähnlich liegende Fälle anzuwenden, z. B. wenn ein Wohnraummietvertrag gekündigt wird, weil die Wohnung für eine Betreuungsperson benötigt wird, die nicht dem Haushalt des Vermieters angehört. Der Kündigungsschutz gilt hingegen, wenn die Mietsache durch Zuschlag in einer Zwangsversteigerung oder durch eine Veräußerung durch einen Insolvenzverwalter oder Testamentsvollstrecker den Eigentümer wechselt. § 577a BGB ist ferner auf die Realteilung eines mit zu Wohnzwecken vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern bebauten Grundstücks entsprechend anzuwenden.

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