Strenge Anforderungen an den Titel "Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht"

Was muss ein "Fachanwalt" bieten?

Rechtsuchende sind bei einem sog. Fachanwalt in der Regel besser aufgehoben, weil dieser eben über besondere Qualifikationen verfügt oder jedenfalls verfügen sollte. Über die Titelvergabe entscheidet die Rechtsanwaltskammer. Dabei legt sie strenge Maßstäbe an, wie der Fall eines Rechtsanwalts zeigt, der den Titel "Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht" führen wollte. Zum Nachweis seiner nach § 5 Abs. 1 Buchst. j der Fachanwaltsordnung erforderlichen praktischen Erfahrungen verwies er auf praktische Fälle, die er als Anwaltsnotar und in seiner Eigenschaft als bestellter Zwangsverwalter bearbeitet hatte. Diese Falllisten genügten der zuständigen Rechtsanwaltskammer nicht, sodass in der Summe die erforderliche Fallzahl zum Nachweis anwaltlicher Praxiserfahrungen nicht erreicht wurde. Die Kammer lehnte daher den Antrag auf Gestattung, den Fachanwaltstitel zu führen, ab.

Theoretische Ausbildung genügt nicht

Die dagegen gerichtete Klage des Rechtsanwalts hatte keinen Erfolg. Der Anwaltsgerichtshof Celle hat in einem Fall, in dem ein Rechtsanwalt die Erlaubnis erwerben wollte, den Titel "Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht" zu führen, entschieden, dass praktische Fälle, die ein Anwaltsnotar als Notar oder in seiner Eigenschaft als bestellter Zwangsverwalter bearbeitet hat, nicht genügen, um die praktischen Erfahrungen nachzuweisen, die nach der FAO für die Erlangung eines Fachanwaltstitels erforderlich sind.

(Anwaltsgerichtshof Celle, Urteil v. 13.8.2018, AGH 8/17 (II 7/35), dazu Bundesrechtsanwaltskammer, Nachrichten aus Berlin Nr. 19/2018 v. 26.9.2018)

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