Streit um Katzenbetreuungskosten

Wieder einmal musste sich die Finanzverwaltung vom Bundesfinanzhof korrigieren lassen.

Die Kläger hatten während des Urlaubs ihre Hauskatze von einer Firma für "Tier- und Wohnungsbetreuung" in ihrer Wohnung betreuen lassen. Hierfür wurde ihnen ein Betrag in Höhe von rund 300 EUR in Rechnung gestellt. Die Rechnungen beglichen sie per Überweisungen.

In ihrer Einkommensteuererklärung beantragten sie für diese Aufwendungen eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG. Das Finanzamt versagte unter Hinweis auf das BMF-Schreiben v. 10.1.2014 (BStBl 2014 I S. 75), wonach für Tierbetreuungskosten keine Steuerermäßigung nach § 35a EStG zu gewähren sei, den beantragten Steuervorteil.

BFH entscheidet gegen BMF

Der BFH dagegen gab, wie zuvor bereits das Finanzgericht, dem Ehepaar Recht und entschied, dass die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommenen Haustieres als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) begünstigt sein kann.

Haustierbetreuung ist haushaltsnahe Dienstleistung

Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG sei zu gewähren, wenn die in Anspruch genommene Leistung eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweise oder damit im Zusammenhang stehe. Davon sei insbesondere bei hauswirtschaftlichen Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt würden und in regelmäßigen Abständen anfielen, auszugehen. Deshalb sei auch die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommenen Haustieres wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres oder im Zusammenhang mit dem Tier erforderliche Reinigungsarbeiten eine haushaltsnahe Dienstleistung.

(BFH, Urteil v. 3.9.2015, VI R 13/15)

Hinweis

Wer für die Betreuung seines Haustieres die Steuerermäßigung nach § 35a EStG geltend machen möchte, muss aber auch die sonstigen formellen Voraussetzungen für die Steuervergünstigung nachweisen können. Dazu gehören Vorliegen einer Rechnung und Bezahlung durch Banküberweisung. Nicht anerkannt werden mit Sicherheit die Zahlungen an Kinder für das Gassi führen von Hunden und Katzen.

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